18 - Literatur & Panem auf der Couch: Dystopie oder doch besser Anti-Dystopie?
Shownotes
Heute geht es bei uns um ein etwas übergeordnetes Thema: den "Hype" um dystopische Geschichten und die Frage, was uns eigentlich so reizt an dieser Art der Literatur und natürlich auch von dystopischen Filmen.
Es geht u.a. um den Umgang mit kollektiven, oft diffusen Ängsten und einer emotionalen und reflektiven Auseinandersetzung damit - aber ohne den eigenen sicheren Raum verlassen zu müssen.
Hör rein und überleg mit uns, was uns an Dystopien fasziniert!
Quellen: NDR Kultur. (2025, 27. Juli). SciFi-Expertin Hermann: Warum Anti-Dystopien Zukunft haben (Podcastfolge). In NDR Kultur – Das Gespräch.
Collins, Suzanne (2009–2011): Die Tribute von Panem. Hamburg: Oetinger. Drei Bände
Berger, C: „If we burn, you burn with us“. Gesellschafts- und Gerechtigkeitskonzeption von Suzanne Collins’ Hunger Games-Trilogie auf dem Hintergrund der christlichen Gesellschaftslehre. Graz: Univ. Dipl.arb. 2016.
Clasen, M & Kjeldgaard-Christiansen, J & Johnson, J. (2018). Horror, Personality, and Threat Simulation: A Survey on the Psychology of Scary Media. Evolutionary Behavioral Sciences. 14. 213-230. 10.1037/ebs0000152.
Oosterwijk, S (2017) Choosing the negative: A behavioral demonstration of morbid curiosity. PLoS ONE 12(7): e0178399. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0178399
Sebastián-Martín, M. (2021). The Beautification of Dystopias across Media: Aesthetic Ambivalence from We to Black Mirror. Utopian Studies. 32. 277-295. 10.5325/utopianstudies.32.2.0277.
Wilhelm, B. (2019). Utopie und Dystopie in der zeitgenössischen Jugendliteratur – Zukunftsgestaltung und Gesellschaftskritik (Masterarbeit, Karl-Franzens-Universität Graz). https://de.readkong.com/page/utopie-und-dystopie-in-der-zeitgenossischen-jugendliteratur-6511288
Einige der benannten Bücher:
Ugly-Pretty-Special. Von Scott Westerfeld.
Der Report der Magd. Von Margret Atwood.
Die Bestimmung. Von Veronica Roth.
Die Gabe. Von Naomi Alderman.
Vox und Q. Von Christina Dalcher.
Wir sind beide ausgebildete Psychotherapeutinnen und unsere Analysen basieren u.a. auf psychologischen Theorien, aber wir erheben keinen Anspruch auf Wahrhaftigkeit und sie ersetzen keine Beratung geschweige denn eine Psychotherapie. Alles Gesagte sind nur unsere Interpretationen und Gedanken.
Wenn ihr psychologische Unterstützung benötigt, wendet euch bitte an eine Fachkraft vor Ort oder telefonisch an die Terminvergabestelle der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unter der -116117.
Transkript anzeigen
00:00:07: Herzlich willkommen zu Popkultur auf der Couch.
00:00:10: Ich bin Bea
00:00:11: und ich bin Tina,
00:00:12: und wir sind beide psychologische Psychotherapeutinnen und schauen uns popkulturelle Phänomene an.
00:00:18: Und im Moment oder zuletzt haben wir uns mit Hunger Games befasst.
00:00:21: aber jetzt weiß ich gar nicht ob wir da heute weitermachen weil heute hat Tina eine Folge vorbereitet für uns
00:00:27: Genau es ist so ein bisschen so ein kleines crossover vielleicht nicht unbedingt weltliteratur Aber Literatur auf der couch und auch Ähm ... Panem auf der Couch.
00:00:41: Wir gucken uns ein bisschen auf so einer Metaebene an, warum wir uns eigentlich für dystopische Geschichten interessieren und was da den Reiz ausmacht?
00:00:51: Spannend!
00:00:53: Wie ist deine Beziehung zu dystopischen Geschichten?
00:00:56: Liebig.
00:00:58: Willst du mehr wissen?
00:00:59: Ja vielleicht etwas mehr als das.
00:01:01: Also ich lese sehr gerne und viele Dystopien würde ich sagen Wobei mir jetzt ad hoc gar nicht so viel einfallen.
00:01:11: Aber viele auch so Sci-Fi Romane sind ja letzten Endes auf Dystopien basieren, zum Beispiel habe ich letztens Mickey Seven gelesen.
00:01:18: da gibt es einen Film auch zu von dem Regisseur von Pericide und das habe ich zuletzt gelesen und das basiert der Letzten Endes auch sozusagen auf einem Krieg der quasi die Erde zerstört warum sie dann in den Weltraum auswandern und das finde ich immer sehr... Spannend.
00:01:36: Letzten Endes finde ich, viele Dystopien ähneln sich strukturell doch auch in gewisser Hinsicht.
00:01:43: Wobei Panem ja eher auch ein bisschen... Es gibt ja Dystopen die auf der realen Welt basieren, die ihnen nicht in die Zukunft gespult ist sozusagen.
00:01:51: Das ist bei Panem jetzt nicht so sehr so.
00:01:54: Dass er schon eine andere Struktur als unsere Gesellschaftsstruktur hat?
00:02:00: Ja also ich weiß was du meinst aber man könnte ja schon auch überlegen ob das einfach irgendwie weiß ich nicht in der Zukunft sein soll, wo es sehr viele verschiedene Entwicklungen gab.
00:02:09: Dass man davon abgekommen ist, wie das heute so funktioniert?
00:02:13: Es ist ja nicht irgendwie, dass die Regeln, z.B.
00:02:15: physikalisch regeln dort anders sind oder so.
00:02:16: Das stimmt!
00:02:17: Aber das könnte schon auf unserer Erde stattfinden.
00:02:21: Genau aber dafür ist technologisch nicht fortgeschritten genug, dass es in zwei Hundert Jahre spielt.
00:02:25: Ich finde, das ist schon eine Parallelwelt im Vergleich zu zum Beispiel Mickey Seven oder sowas, wo's real um unsere Erde geht in X-Jahre.
00:02:35: Ja.
00:02:36: Wie stehst denn du zu dystopien?
00:02:38: Anscheinend interessiert dich das ja, sonst hättest du es als Thema nicht ausgewählt.
00:02:42: Ich mochte die auch immer gerne... ich hab' auch schon als Kind wahrscheinlich nicht, aber als Jugendliche auch gerne so dystopische Romane gelesen.
00:02:52: Hab mich dafür so die Klassiker interessiert, also zum Beispiel in fourne achtzig oder brave new world.
00:02:58: Die fand ich auch toll sehr deprimierend, aber toll!
00:03:02: Und gleichzeitig auch so diese neue Welle an dystopischen Geschichten, wo es ja schon konzeptuell meistens ein bisschen anders läuft.
00:03:13: Also das ist häufig bei diesen ersten eher klassischen Dystopien da waren ja meistens männliche Protagonisten die an diesen Regimes, diesen dystopische Regimes dann gescheitert sind Und die gibt es bestimmt auch.
00:03:30: Aber ich kenne eher jetzt die neueren dystopischen Romane, wo es schon immer so eine hoffnungsvolle Komponente hat, wo er häufig eine weibliche Protagonistin ist, die eine Art von Systemveränderung auch anstößt in eine positive Richtung.
00:03:47: Was meinst du jetzt außer Tribute von Panem?
00:03:50: Was fällt dir da jetzt ein?
00:03:54: Denkt da zum Beispiel an die ... Das sind jeweils Buchreihen von Veronica Roth.
00:04:01: Auf Englisch heißt das Divergent, ich glaub auf Deutsch?
00:04:05: Genau und auf Deutsch heißt es, glaube ich, die Bestimmung also der erste Band.
00:04:08: Ist
00:04:08: irgendwie nicht so ein cooler Name.
00:04:09: Nee ne.
00:04:11: Da hab' ich auch damals die Bücher gelesen und da gibt's ja auch Filme zu, die solarlar sind.
00:04:17: Das hat
00:04:18: sehr amerikanisch finde ich die Filme.
00:04:19: Ja!
00:04:19: Ich habe sie auch mal reingeschaut aber die fand ich auch ein bisschen zu ...
00:04:22: Also, ich fand den ... Ich mochte das als Jugendliche das Buch sehr gerne.
00:04:27: Ob ich es immer noch gut finden würde?
00:04:29: Aber den damals wahrgenommenen Charme dieses Buches hab ich da nicht mehr wahrgenommen.
00:04:34: Ja, bei mir zumindest war das so, dass die Filme so viel später kamen, dass ich vielleicht auch nicht mehr in diesem Jugendbuchding gehypt habe.
00:04:42: Obwohl ich immer noch supergerne die Tribute von Panem gucke.
00:04:44: Das sind wirklich ganz andere Filme.
00:04:47: Auch hochqualitative ... Filme, die auch sehr viel auf Stimmung wertlegen.
00:04:52: Während ich finde diese Divergent-Trilogie, das ist ja wirklich so ein Action-Filmtrilogie.
00:04:57: Ja eigentlich schon ne?
00:04:59: Wird doch nicht... also ich meine ich find die Schauspielerin, die Protagonistin da spielt, die ist einfach nur eine sehr gute Schauspielerin.
00:05:04: aber ansonsten wird er jetzt auch nicht so viel Wert darauf gelegt wie zum Beispiel im Buch wo man dann diese Leute und die verschiedenen Gedanken, Gefühle und Entwicklungsprozesse, die diese Menschen da durchgegangen sind.
00:05:17: Irgendwie hat er mitbekommen was in dem Film nicht präsent ist.
00:05:21: Die wirken relativ eindimensional.
00:05:24: Wir machen hier keine Filmkritik.
00:05:26: Und dann auch diese Reihe von Scott Westerfield.
00:05:31: Ugly Pretty Special.
00:05:35: Das hab ich auch richtig gerne gelesen damals.
00:05:38: Und da wurde gerade Ugly ... Also grade vor zwei ... zwei Jahren vielleicht auf Netflix verfilmt und zwar ganz, ganz furchtbar.
00:05:46: Okay, ich darf nicht.
00:05:47: Ich darf
00:05:48: schrecklich!
00:05:48: Okay, ist doch eine Empfehlung?
00:05:50: Nee leider nicht.
00:05:51: Okay spannend... Aber das sind alles rein.
00:05:54: also gut, also halt jetzt mit Tribut von Panemdreil die auch glaube ich alle relativ erfolgreich waren.
00:06:00: Es war ein weibliche Protagonistin und da war viel so dieser Aspekt von Hoffnungen und Veränderung und sich einbringen und auch so Zusammenarbeit und solche Aspekte.
00:06:11: Also es ist ein bisschen anderer Fokus als zum Beispiel bei Nineteen Vier Nachts und Brave New World war.
00:06:16: Wer mir noch einfällt jetzt was ich letzter Zeit gelesen habe ist von Christina Dalcha,
00:06:20: Vox
00:06:21: und ja noch eine andere Cue.
00:06:23: Das sind ja auch zwei so dystopische Romane, die auch relativ gehypt in USA waren.
00:06:32: Bei Vox geht es darum dass Frauen nicht mehr sprechen dürfen und nur noch hundert Wörter am Tag sagen dürfen genau.
00:06:38: Und das wurde meines Erachtens auch auch verfilmt.
00:06:42: Genau das ist auch Dystopien von Frauen mit Frauen in den Hauptrollen.
00:06:45: Ja ich denke gerade an Ja,
00:06:48: genau.
00:06:48: Das
00:06:48: war ja ein Buch und das wurde auch als Serie auf Amazon Prime oder so verfilmt.
00:06:56: Die Serie habe ich nicht gesehen aber das Buch fand ich auch ganz cool.
00:06:59: Weil das ist ja wieder eine Parallelwelt... Das ist ja nicht besonders wissenschaftlich in der Realwelt gegründet.
00:07:08: Da ist die Idee, dass Frauen so eine, eben die Gabe wie der Titel auch schon sagt entwickeln wo sie elektro-elektrische Impulse ... weil Sie nicht nutzen können.
00:07:18: Sie haben da irgendwie, es ist ein Organ, da gibt's eine Art von Mutationen und Sie können die nutzen um sich zu wehren und werden dann dadurch zum starken Geschlecht.
00:07:27: Und die Machtverhältnisse ändern sich halt massivst.
00:07:32: Das ist doch keine Dystopie, aber es wird dann schon noch relativ dystopisch.
00:07:37: Genau und ich kam da so ein bisschen drauf... Also ich hatte das schon häufiger mal darüber nachgedacht also was da unser... weil ich eben auch selber gerne das Kucke und lese und mich dann nochmal gefragt habe warum?
00:07:50: eigentlich ist eigentlich auch komisch sich irgendwie die ganze Zeit mit irgendwie auch
00:07:52: ziemlich
00:07:53: bedrohlichen und teilweise ja auch sehr deprimierenden Szenarien wie unsere Welt so aussehen kann zu beschäftigen.
00:08:01: Also gerade bei diesen wirklich grunddystopischen, die auch keins nicht diesen Aspekt von Hoffnung haben ist das ja schon auch etwas was sehr deprimierend ist.
00:08:10: also ich weiß noch das.
00:08:11: Also in den vierten Jahrzehnten habe ich mehrfach gelesen und fand es jedes Mal total beeindruckend aber auch ein bisschen verstörend oder eher belastend.
00:08:21: Ja, na das ist schon wirklich ein relativ depremierendes Buch auf jeden Fall.
00:08:27: Und Break New World ja auch
00:08:28: Brefny World fand ich nicht ganz so deprimierend, weil die Stimmung ist nicht ganz...
00:08:32: Das fand ich gerade deprimerend.
00:08:33: Da geht es ja um diese Oberflächlichkeit und dieses... Ich kann mich gar nicht mehr genauer erinnern.
00:08:39: Aber das fand ich auch deprimiert.
00:08:40: Aber ja, gut, Nullsnervier und Achtzig war einfach richtig schlimm.
00:08:43: Während dieser Neuren über die wir uns danach jetzt unterhalten haben, da geht's ja wirklich auch um diesen Action-Aspekt oder was?
00:08:48: Also um den Handlungsplot der sich da entspinnt.
00:08:53: Und das ist einfach ja spannend zu lesen, unabhängig von dem dystopischen Hintergrund.
00:08:59: Was glaubst du was den Reiz so für dich ausmacht?
00:09:02: Also ich bin mir gerade ein bisschen unsicher ob ich nicht einfach so... Ich mochte sehr als Jugendliche sehr gerne einfach längere Buchreihe also Trilogien zum Beispiel wo sich Handlungen fortlaufend entwickeln und ich würde sagen jetzt zb in meiner Wahrnehmung zufällig
00:09:22: gehört,
00:09:23: da gehören ja die Hunger Games dazu und dieses Divergent-Zeug gehört da dazu.
00:09:27: Und das mochte ich einfach von der Charakter entweder nur gerne?
00:09:29: Ich weiß gar nicht ob ich diese dystopische Dahinter so spannend fand.
00:09:34: Ich finde oft spannend wenn auch in, sag ich mal, Sci-Fi oder Fantasy Romanen parallele Gesellschaftsstrukturen beschrieben werden egal ob die jetzt quasi auf der Realität basieren oder nicht, weil ich das mag in so eine andere gesellschaftsstrukturelle Welt einzutauchen.
00:09:55: Und ich würde sagen dass das für mich vorwiegend der Reiz auch von Dystopien war und nicht unbedingt dass das unsere Zukunft sein könnte, würde ich jetzt so vom Bauch heraus erst mal sagen.
00:10:06: aber wenn wir weiter darüber sprechen vielleicht habe ich noch andere Gedanken dazu
00:10:11: Aber wenn du da noch so ein bisschen weiter gehst, was glaubst du an dieser Andersartigkeit dieser Strukturen dann den Reiz spezifisch ausgemacht
00:10:19: hat?
00:10:22: Ja ich finde es ist oft.
00:10:23: Deswegen glaube ich ist dieses Trilogie-Konzept dann oft sehr passend weil ich den Eindruck habe dadurch elaborieren Autorinnen und Autoren mehr ein ganzes System und nicht nur die Entwicklung von einer Person in dem Bestehenssystem.
00:10:36: das finde ich einfach interessant.
00:10:38: Da ist mehr Raum für neues, für aufregendes und unbekanntes was man so explorieren kann.
00:10:45: Okay ja vielleicht ich werde einfach ein paar Dinge auch noch im laufe benennen vielleicht findest du dich ja auch in ein paar Dingen wieder.
00:10:54: also ich habe unter anderem bin ich auch so auf dieses thema gekommen zum einen wie gesagt weil ich mich dann schon Früher beschäftigt habe, da immer schon auch so ein Fable für hatte.
00:11:04: Und zum anderen hab ich ja auch einen Fable-for-Podcast und dabei dem Podcast NDR Talk das Gespräch.
00:11:12: Da gab's ein Interview mit einer Politikwissenschaftlerin und einer sci-fi-Expertin, finde ich eine gute... Heiler
00:11:19: Job!
00:11:20: ...gute Kombination.
00:11:22: Die Frau heißt Isabel Herrmann und das fand ich ganz spannend.
00:11:25: die hat sich nämlich genau damit auch auseinander gesetzt Also auch mit dem spezifischen Thema Dystopien in dem großen Thema Sci-Fi.
00:11:33: Und die hat sich damit auseinandergesetzt, weil es eben so seit den Nullerjahren da eine gewisse Boom gibt in der Präsenz von dystopischen Geschichten in unserer Popkultur und sie dann auch meinte... Stimmt ja auch, und das findet man auch in anderen Quellen.
00:11:49: Also dass dystopische Geschichten so als Spiegel aktueller gesellschaftlicher und kollektiver Themen eben auch zu verstehen sind.
00:11:55: auf jeden Fall in vielen Fällen also es geht häufig... Also kann man gut anhand der dystopischen Geschichten aus jeweiligen Zeiten verstehen welche kollektiven Ängste auch da eine Rolle gespielt haben.
00:12:06: Das macht
00:12:07: voll Sinn.
00:12:08: Und da gibt es eben so Themenbereiche, die sich immer mal wiederholen.
00:12:12: Aber natürlich hat das auch einfach was mit den jeweiligen zeitgenössischen Veränderungen zu tun.
00:12:18: Das fand ich ganz spannend.
00:12:19: Es gab jetzt auch in den letzten Jahren einige Disturben... Pilen, die so in Richtung Umwelt- und Klimakrise gehen.
00:12:26: Obwohl es das ja auch schon länger gibt.
00:12:29: da habe ich nämlich auch zum Beispiel ein Handmaids Tale gedacht weil das ist ja vor allen Dingen eine antifeministische Dystopie, eine sehr gruselige.
00:12:37: Das ist ja auch ein Buch und eine sehr erfolgreiche Serie dann auch gewesen.
00:12:41: Und gleichzeitig ist er ja auch neben dieser antifemministischen Prozesse neben den neokonservativen Entwicklungen und dieser Erstarkung, dieser Menschen die auch so in es eigentlich eine Theokratie haben wollen.
00:12:54: Also so eine Herrschaft der Religion also da geht's eher... Die hat ja auch da ein bisschen ihre Sorgen- und Ängste im Bezug auf die amerikanischen Evangelikalen gearbeitet.
00:13:06: Gibt es eben auch diesen Aspekt dass ja auch die Frauen größtenteils nicht mehr in der Lage sind Kinder zu gebären und fruchtbar geworden sind aufgrund von Zerstörungen, aufgrund irgendwelchen Giften.
00:13:20: Das ist nicht so ganz glaube ich elaboriert aber es auf jeden Fall so.
00:13:23: wir haben diesen Planeten zerstört und jetzt merken wir können auch nicht mehr so gut funktionieren.
00:13:28: genau das war ja auch ein Aspekt davon und sie hat zum Beispiel ihre Ängste im Zug auf Gewalt gegenüber Frauen, strukturelle Gewalt gegen über Frauen.
00:13:39: Dass sie wieder erstarkt auch im Zuge von einem Erstarken von so konservativen Strömungen und zusammen mit Umwelteam verarbeitet.
00:13:48: Ja also ich finde es gibt viele die an so Umweltthemen zumindest anknüpfen wo das nicht spezifisch unbedingt das Thema ist aber die oft mit Das Mittenthema ist, gerade wenn es um Seiferbücher geht, wo es um die Erde verlassen geht und Expansion in Weltraum.
00:14:03: Da geht's ja auch oft darum nicht.
00:14:04: Die Erde ist ruiniert und deswegen muss das geschehen.
00:14:07: Ich hab jetzt noch mal während du gesprochen hast ein bisschen darüber nachgedacht wie es bei den Hunger Games zum Beispiel ist.
00:14:12: Und weil ich finde... Es gibt ja schon eine Parallele zu der Divergent-Trilogie, da gehts eher um so gesellschaftliche Spaltung oder Untergruppierung und totalitäre Strukturen, in denen du keine Durchlässigkeit mehr... hast in anderen Bereichen.
00:14:28: Das ist ja bei beiden ein bisschen ähnlich, wobei es bei der Virgen schon die Möglichkeit gibt zu wechseln.
00:14:34: Einmal?
00:14:35: Einmal!
00:14:35: Na genau.
00:14:36: aber es gibt eine gewisse Durchlässigkeit an diesem Punkt und die Unterdrückung ist auch nicht ganz so total... wie es jetzt bei den Hunger Games ist und auch nicht so direkt von oben nach unten.
00:14:47: Das wird ja erst im Zuge der Trilogie ein bisschen klarer, dass es auch so eine Unterdrückung gibt die am Anfang ist das ja vermeintlich in sich ein gerechtes, ein semi-gerechtes System, dass die Menschen ihren Eigenschaften entsprechend zugeordnet werden.
00:15:02: D.h.,
00:15:02: sie machen zumindest den Anschein einer sinnvollen Gesellschaftsstruktur.
00:15:06: Das ist ja bei den Tributen von Panem einfach gar nicht der Fall.
00:15:08: Die tun ja auch nicht, als wäre das irgendwie gut.
00:15:11: Das ist einfach ganz klare Unterdrückung für eine herrschende Klasse, damit die davon profitieren.
00:15:16: Aber das Thema finde ich schon ne?
00:15:18: Es ist ja letzten Endes ähnlich weil Menschen ja in so Gruppen eingeordnet werden, die dann nicht mehr...die sie nicht verlassen können.
00:15:27: Ja also irgendwie ja.
00:15:28: aber bei der Bestimmung da wird es ja eher so.
00:15:32: Auf jeden Fall ein wichtiges Thema, aber dahinter steht ja auch noch mal so ein weiteres typisches Thema bei dystopischen Geschichten.
00:15:39: Diese biomedizinische Weiterentwicklung und Forschungsethik
00:15:43: usw.,
00:15:44: das ist ja auch ein Thema was ganz häufig auftritt in Distupien und da war es ja so dass die die genetisch verändert haben weil sie der Meinung waren oh damit ist die Welt besser.
00:15:54: also auch so ein bisschen der Mensch spielt irgendwie Gott mischt sich ein in ganz tiefe biologische Prozesse und das ist ja auch häufig eine Fragestellung der sich dystopien so Zuwenden, also diese biomedizinischen Fragen im Sinne von Selbstoptimierung oder Kontrolle über Leben und Tod.
00:16:14: Da hab ich noch mal meine Recherche.
00:16:17: Da gab's eine dystopie einen Jugendromanen wo sie das Mördergehen in Anführungsstrichen identifiziert haben und dann alle Leute getestet haben und alle die dieses Mördagehen hatten wurden in Camps geschickt was das für Effekte hat.
00:16:31: Also
00:16:32: da gibt es ganz viele Pränatale.
00:16:35: Gen-Modifizierung von Marc Eltsberg gab es da so was, wo es um dieses ... na?
00:16:41: CRISPR-Cas.
00:16:43: Ah okay,
00:16:45: diese DNA.
00:16:45: In Manipulationen?
00:16:46: Genau.
00:16:47: Heißt das so?
00:16:47: CRISPAL, CRISPR Schere irgendwie so.
00:16:49: Ja genau!
00:16:50: Ich weiß nicht... Das sind ja auch wieder Biomedizin.
00:16:54: und vor Pränatal da irgendwie einzugreifen, um dann Genmaterial zu verändern.
00:16:59: Um Menschen zu erschaffen, die vermeintlich perfekt sind.
00:17:03: Da gibt es schon sehr viele Bücher dazu.
00:17:05: Ansonsten so typische Themen sind Überwachung und Kontrolle – das hatten wir ja auch – versus Autonomie.
00:17:11: Auch es geht häufig immer mal um das Thema Güterverteilung und Umgang mit Ressourcen.
00:17:16: Das hätten wir auch bei Tribute von Panem, also was wir beim Netzmarthen.
00:17:20: dieses Thema übermäßiger Konsumismus und solche Dinge.
00:17:25: Ungerechtigkeiten diesbezüglich.
00:17:27: dann eben umwelte.
00:17:28: Klimaschutz hatte ich ja schon genau und Forschungsethik, biomedizinische Fragestellungen aber auch so etwas wie zum Beispiel terrorpolitische Umbrüche technologische Entwicklungen allgemeinen Pandemien Kriege.
00:17:40: Aiei
00:17:40: Genau das ist jetzt natürlich noch nicht so obwohl doch gibt
00:17:45: es schon
00:17:45: lange Ich mein, konkreter.
00:17:47: Dass es jetzt nicht mehr nur dystopisch ist sondern auch ein bisschen dystopische Realität ist jetzt neu.
00:17:53: Genau aber darüber.
00:17:54: Bücher gibt das schon sehr lange so?
00:17:57: Wahrscheinlich dann eine andere Art von Intelligenz also künstlicher Intelligenzen wie man sich die halt vorgestellt hat dass es das noch gar nicht gab.
00:18:02: denkst du an einen Film oder Buch?
00:18:04: Also mir fällt's tatsächlich nichts.
00:18:08: Also, letztens hab ich das Gespräch geführt und da hat diese Person ein Buch gelandet.
00:18:12: Aber ich weiß, dass es z.B.
00:18:13: so eine Trilogie gibt.
00:18:15: Loob heißt der erste Band, dieser relativ neu ... Da geht's auch um die Übernahme von AI letzten Endes.
00:18:20: Genau!
00:18:21: Es gibt auf jeden Fall schon seit den Sechstigern Bücher- und Filme, die KI mit Beinhalt und auch die Machtübernahme durch KI.
00:18:28: Mir fällt jetzt noch was ein.
00:18:30: Der Film, der hieß AI?
00:18:33: Irgendwas... Künstliche wirklich einfach spezifische AI.
00:18:37: Artificial Intelligence, der war von Steven Spielberg das war glaube ich
00:18:40: in den
00:18:41: Nullerjahren oder so mit Haley Joel Osment als kleiner süßer Roboter mit künstlicher Intelligenz und auch da ging es ganz viel um so ja also technologisch ethische Fragen, also haben die dann einbewusstsein.
00:18:56: Können die überhaupt ... können die Liebe verspüren?
00:18:58: Solche Sachen gab's ja viel
00:19:00: auch.
00:19:00: Das ist zum Beispiel das Thema von Ex-Machina oder so.
00:19:02: Auch ein sehr guter Film.
00:19:04: Also ich glaube, das ist aber keine Dystopie in dem Sinne da.
00:19:08: Ich finde, wenn du das Initial hattest und gefragt hast, hab ich schon eher an gesamtgesellschaftliche Dystopien gedacht.
00:19:16: Und in Ex-Marina, wo es ja eher darum geht, dass eine Person quasi eine KI im humanoiden Roboter integriert.
00:19:23: Da geht es ja tatsächlich nicht so um die Auswirkungen dessen, wenn man das Sport führt dann könnte das zu der Dystopie werden.
00:19:29: aber das ist für mich keine Dystopien.
00:19:31: Genau da geht es am meisten eher um so kollektive Themen strukturelle
00:19:35: Themen und
00:19:37: eben den individuellen Effekten auf dem auf die Menschen die in diesem System leben aber eben nicht einzelne Geschichten die irgendwie sehr abgerückt sind von der restlichen Realität der Welt.
00:19:51: Ja, und die Frau Herrmann hat dann zum Beispiel auch... Also sie hat dann auch gemeint dass dystopien eben auch Indikatoren dafür sein können was für kollektive Ängste so bestehen aber auch was wir aktuelle Verarbeitungs- und Auseinandersetzungsprozesse in Gesellschaften gerade so ablaufen.
00:20:09: Und das es eben im besten Falle eben auch eine Einladung für Überlegungen sein kann.
00:20:13: wie können wir das denn zum Beispiel anders machen?
00:20:17: wohin führen vielleicht gewisse Dinge?
00:20:19: oder wenn wir da mal wirklich uns so ganz dezidiert mit Entwicklung auseinandersetzen und die man halt künstlerisch auf die Spitze treiben.
00:20:28: Wie ist dann meine Perspektive darauf, möchte ich mich an anders positionieren?
00:20:32: Bin ich da vielleicht kritisch oder findet das schwierig moralisch gesehen?
00:20:37: Das finde ich ein sehr wichtigen Aspekt.
00:20:38: Ich glaube, dass Arbeit Christina Deitschern ihre Romaren sehr gut raus, weil es nämlich immer quasi fußt in der Realität wie wir sie jetzt haben so ungefähr und dann halt ein bisschen konservativ immer wird.
00:20:47: Und dann werden diese Prozesse wo sich selber die Protagonisten immer sagt das wäre vor dreißig Jahren für Sie und denkbar gewesen Dass die da einfach auf die Spitze getrieben wären zum Beispiel von Eva Geli Khan an in USA oder auch von diesem eben von diesem.
00:21:00: Wir wollen irgendwie Kinder nach Bedarf fördern das dann dazu führt, dass halt Kinder die nicht einen hohen IQ haben zum Beispiel auf andere Schulen geschickt werden und das mündet dann in so... Ja, will ich jetzt gar nichts spoilern.
00:21:13: Aber das sind ja auch auf die spitze getriebene Ideen, die ja jetzt auf einfach schon existieren.
00:21:19: Und das finde ich interessant!
00:21:22: Ja, weil man da blickt wird der Blick halt einfach auch so schärfer.
00:21:25: Also manchmal wenn sich Dinge so langsam und sanft entwickeln Und dann kriegt man das gar nicht so mit und dann sieht man dass mal überspitzt wie wohin das auch führen kann Wenn wenn man das mal konsequent zu Ende denken würde und das dann wirklich auch immer weiter um sich greifen würde für was für krasse Also was für krasse Effekte das dann auch hätte.
00:21:43: und da kann man sich viel besser auf mit dieser moralischen Ebene auseinandersetzen, wenn man es ganz klar vor Augen hat wie das zugespitzt aussieht.
00:21:53: Das finde ich ein ganz wichtigen Punkt mit der Moral.
00:21:54: Ich glaube bei manchen Sachen ist man sich dessen vielleicht gar nicht so bewusst?
00:21:57: Aber letztens sind wir sehr in der Literatur drinne aber letztens von der Marike Kaiser zum Beispiel auch ein Artikel darüber gelesen dass ja zb Hausaufgaben eigentlich soziale Ungerechtigkeit sind.
00:22:11: Weil Hausaufgaben, Begleitungen wie sie heutzutage teilweise gefordert wird ja nur Eltern leisten können die sowohl die finanziellen als auch die zeitlichen Ressourcen haben ihre Kinder und die Wissensressourcen um den
00:22:21: Kindern
00:22:22: zu helfen.
00:22:24: Dann denkt man gut aber dann guckt man nicht aufs große Ganzen sagt ja aber Haus Aufgaben an sich da denke meine ich darüber nach ob das was das moralisch gesellschaftlich eigentlich bedeutet.
00:22:32: und wenn man das auf die Spitze treiben würde eine Dystopie schreiben wird über Hausabgaben.
00:22:38: Über
00:22:38: Schulförderung im weitesten Sinne, ja über Klassensysteme in der Schule.
00:22:42: Dann kriegt man da vielleicht auch so wie du gesagt hast irgendwie noch mal ein klareres Bild davor was davon eigentlich für strukturelle Ungerechtigkeiten in diesem System jetzt schon drin sind?
00:22:52: Und es ist halt nicht mehr so diffus.
00:22:54: dann, etwas was man da eher so ist das nun mal und es ist ja so schlimm ist das jetzt auch nicht irgendwie ungerecht ist die Welt immer so ein bisschen so wenn man dann mal versteht welcher Missverlustmann einfach dahinter stehen Dadurch, dass wir sie überspitzen, kann man sich noch mal etwas ehrlicher damit auseinandersetzen und auch ein bisschen emotionaler sich darauf einlassen.
00:23:13: Ja...
00:23:14: Und vielleicht reiß ich nochmal kurz die zwei weitere Punkte von der Frau Hermann ab.
00:23:20: und dann gucken uns noch ein bisschen spezifische psychologische Aspekte und Mechanismen an weil sie da auch vieles anspricht aber eben eher aus einer wissenschaftlichen Politik Politikwissenschaftlichen Perspektive und nicht aus einer psychologischen natürlich, weil sie keine Psychologin ist.
00:23:35: Aber es kommt doch immer so ein bisschen drauf an wie unsere Welt auch so aufgestellt hat.
00:23:40: Es gab hier auch mal zwischendurch oder das gibt ja immer noch zu einem bisschen gerade diese Welle der Superheldenfilme die man ja so ein bißchen... Also, die sie auch so ein bisschen inhaltlich dagegen stellt.
00:23:50: Weil das ja häufig da in dem Fall ist, dass es eine Heldenfigur ist.
00:23:55: Es gibt meistens irgendwie ne einfache Lösung.
00:23:57: Also fällst du mäßig einfach innerhalb dieser teilweise skurrieren Welt ... Die Ordnung der Welt wieder herzustellen, zurückzukehren zum Status quo und wir brauchen eben nur diese eine starke Figur.
00:24:07: Und die schafft es dann halt?
00:24:08: Ja!
00:24:09: Aber dass wir in heutigen Zeiten mit einer sehr... komplexen welt konfrontiert sind und da eben so diese einfachen lösungen und einfach auch nicht die befriedigung bringen, die uns darpräsentiert wird.
00:24:19: Und dass wir uns mit komplexem thema auseinandersetzen möchten irgendwie und da uns dann eben cypher und dystopien spezifisch gedankliche welten zur verfügung stellen wo wir uns aus einer sicheren perspektive verschiedenen Themen auseinandersetzen können und eben auch neue gesellschaftliche Möglichkeiten erforschen können, so ein bisschen wie in der Simulation, in der sicheren Fantasie.
00:24:44: Und sie hat dann zum Beispiel noch mehr den Fokus auch gesetzt was Distupien im Sinne von Antidistupien für einen Beitrag leisten können für eine positive Entwicklung der Menschheit.
00:24:59: Also im Sinne von einer Antidistupie heißt es, dass man zwar widrige Umstände darstellt aber eben eher der Fokus dann darauf ist wie wird damit umgegangen?
00:25:08: also es gibt den Aspekt der aktiven Mitgestaltung, Kollektive und auch vor allen Dingen solidarische Prozesse dann irgendwie dargestellt werden Zusammenarbeit mit Gemeinschaft oder auch so das Thema soziale wirtschaftliche oder auch wissenschaftlich Innovationen in einem moralischen Kontext dann eher so ein Lösungsfokus besteht, dass man da so eine gemeinschaftliche vielleicht auch ein bisschen fürsorglichere Strukturen gemeinsam aufbaut.
00:25:34: Dass das eben auch inspirieren kann, mehr auf Realutopien zu setzen oder da zu gestalten.
00:25:41: Und dass es vielleicht ein kleiner Motivator sein kann.
00:25:45: Ich fand das ganz interessant, sie hat dieses Beispiel des Preppings gebracht.
00:25:49: Also, dass sich viele Menschen total überfordert fühlen von dieser Komplexität und sehr verängstigt sind und in diesen Individualismus gehen und sich irgendwelche Bunker anschaffen irgendwelche Nahrungsmittel, Horten und Wasseraufbereitungspillen.
00:26:05: Dass das ja auch der Ausdruck ist von real existierenden Ängsten unter Unsicherheiten.
00:26:11: Und wir auch wirklich nicht so wissen wie es weitergeht sich dass natürlich dann sehr extrem dort auswirkt.
00:26:17: aber man das ja also wie sie das genannt hat als im Sinne von einem solidarischen Preppen ausbauen könnte.
00:26:25: Wir können ja auch solidarisch einen Katastrophenschutz aufbauen, wir können auch solidarische Gemeinschaftliche Schutzräume schaffen wie die dann aussehen ob das wirklich ein Bunker sein muss oder theoretische und praktische Schutzräumen.
00:26:40: aber diesen Impuls diese Bedürfnisse in etwas Konstruktives und Solidarisch-Gemeinschaftliches umwandeln?
00:26:48: Das fand ich ganz spannend!
00:26:50: Und dass eben diese Anti-Distupien, die einen nicht zurücklassen und das man denkt, oh Gott ist ja alles ganz schrecklich.
00:26:57: Was soll man überhaupt machen?
00:26:58: Eben da auch Impulse setzen können.
00:27:01: Hast du dazu irgendwelche Gedanken?
00:27:04: Also zum Prepping finde ich schon lange einfach so von der Perspektive... Ein bisschen komisch, dass ich mich jetzt so superprepare.
00:27:15: Dann bereite ich mich auf ein Apokalypse vor und dann ist meine Vision sind alle anderen Toten, aber ich lebe noch.
00:27:19: Und das ist erstrebenswert weiß ich nicht genau.
00:27:22: Also ... sich krass in so einem Bunker auch alles einzurichten.
00:27:28: Dann ist ja wirklich nur noch das pure Überleben das Ziel.
00:27:32: Da muss ich immer an dieses Station Eleven-Buch denken von der Emily Sanjohn Mandel, die ja auch... wo es auch unter diesem Motto steht, Survival is insufficient.
00:27:42: Also das pure Überleben ist nicht ausreichend.
00:27:44: Es geht immer noch darum, dass wir zum Beispiel der Solidargemeinschaft sind, als Menschen soziale Wesen sind und Bedürfnisse haben, die über das Pure-Überleben hinausgehen.
00:27:53: Insofern finde ich Preppen ein bisschen ... Ich weiß nicht was für ein Bild von den Menschen man da hat?
00:27:58: Das ist mein Gedanke zum Preppen!
00:28:00: Ja, warte, lass mich mal ganz kurz eingehen.
00:28:03: Ich denke bei manchen wird das so die Haltung sein Aber ich denke bei vielen, ich hatte mal irgendwann so eine Doku über Prepper geschaut und da war es viel so dass die sich vorbereiten wollen für sie Übergangsphasen wo alles zusammenbricht.
00:28:17: Also nicht alle sind tot sondern Systeme brechen zusammen.
00:28:21: Ressourcen die wir sonst für selbstverständlich erachten sind nicht mehr verfügbar.
00:28:25: Alle Menschen also viele Die meisten Menschen leben noch aber Wir sind halt nicht mehr in der Lage auf die ressourcen zuzugreifen Voll,
00:28:33: aber trotzdem.
00:28:34: Und dann alle deine Nachbarn haben dann quasi ... Weißt du?
00:28:39: Haben halt Hunger und du hast dich in deinem Kellerchen so eingerichtet, dass du Essen für drei Jahre hast.
00:28:44: Dann gibst du nichts ab.
00:28:45: oder was ist die Idee?
00:28:46: Das
00:28:47: ist immer noch fragwürdig.
00:28:48: Damit
00:28:48: man überlebt, darf man ja nicht abgeben eigentlich.
00:28:50: Also das Ziel des Präps ist ja für mich, diese Versorgung zu gewährleisten.
00:28:53: oder meine Familie.
00:28:56: Oder Menschen, die ich liebe und sagen, kannst du mir was abgeben?
00:28:58: Ich hab nämlich nicht gepreppt!
00:29:00: Dann sag' ich nein.
00:29:01: Hättest du mal drüber nachdenken
00:29:02: sollen?
00:29:03: Ja, aber das finde ich halt so den Gedanken nicht ganz nachvollziehen kann.
00:29:05: Weil die Idee wäre ja dann alle müssten das machen um eine Übergangsphase zu gewährleisten.
00:29:09: Das empfiehlt zum Teil auch der Katastrophenschutz in Deutschland.
00:29:13: Gewisse Nahrungsmittel vorrätig zu haben und bla bla bla.
00:29:16: Aber diese Superprepper haben wir nur für sich gedacht.
00:29:20: Ich denke, das ist wieder so ein Ding, was ... In Krisenphasen in Zeiten der Unsicherheit und Ungewissheit immer wieder passiert.
00:29:29: Dieses Verlieren im Klein-Klein.
00:29:30: Das ist auch das, was man im Rahmen der Klimakrise immer wieder beobachtet, dass Leute sich zurückziehen, in ihre eigene Häuslichkeit da mehr Fokus drauflegen weil sie von der Komplexität von Krisengeschäden überfordert sind.
00:29:44: Dann sagen okay, das habe ich unter Kontrolle und dann mache ich das!
00:29:47: Ja
00:29:47: aber ich finde, das Prepping ist ein gutes ... dass man da im Gesicht denkt, das macht ja voll Sinn für mich.
00:29:53: Aber wenn man es moralisch betrachtet oder auch überspitzt betrachten würde ... Dass sich dann erst offenbart vielleicht wie was das eigentlich für einen Blick auf unsere Gesellschaft ist dieses individuelle Preppen?
00:30:06: Ja!
00:30:06: Das ist der Impuls als Nachvollziehbar, sich um sein eigenes Wohl zu kümmern und zu vorbereiten usw.
00:30:13: Und das andere, was ich gedacht hab, um mal wieder weg vom Preppen zu gehen dass ich das spannend fand, was du über Superhelden gesagt hast.
00:30:20: Weil ich dann auch noch mal überlegt habe gerade bei jetzt wenn ich nochmal auf die Tribute von Phan im Unterwirtchen zurückgehe da geht es ja tatsächlich auch darum Es gibt eine Gallionsfigur letzten Endes und es gibt aber eigentlich... es gibt drunter liegend aber auch ne Rebellionsströmung, ne Revolution Die sehr viele Menschen beinhaltet.
00:30:35: Ja, das gibt
00:30:36: immer eine Gemeinschaft
00:30:36: Genau!
00:30:37: Und das ist ja wirklich im Vergleich zu superhelden ein ganz anderes Konstrukt.
00:30:40: sozusagen
00:30:42: Ja, das einzige was da gibt es dann vielleicht mal einen Zusammenschluss von verschiedensten Superhelden.
00:30:46: Aber auch dann immer ihre eigenen Bereiche haben und die auch nicht wirklich... Meinst
00:30:50: du Avengers zum Beispiel?
00:30:54: Zu vielen Sachen, die sie da gesagt hat habe ich auch so ein paar psychologische Aspekte gefunden.
00:31:00: also wir haben ja jetzt so erarbeitet.
00:31:02: Also es gibt da dystopische Geschichten mit vielen verschiedenen Someter-Themen auseinandersetzen, Ängsten, Moral-, Menschlichkeit.
00:31:12: So ganz große Themen!
00:31:14: Und dass diese Geschichten eben so ein sicherer Experimentierraum auch sein können sich damit auseinanderzustellen... äh... damit aueinanderzusetzen?
00:31:24: Eine der psychologischen Perspektiven ist eben auch das es tatsächlich so ist, dass wir auch das Auseinandersetzen mit dystopischen Geschichten Simulation für uns nutzen können.
00:31:37: Also unser Gehirn funktioniert ja ganz viel in Simulationen, es gibt auch so die sogenannte Threat Simulation Theory Die sich mehr auf also zum Beispiel auch auf Träume zieht, dass wir uns mit bestehenden Ängsten und Unsicherheiten eben zum Beispiel in unseren Träumen auseinandersetzen.
00:31:56: Und die wie so einmal durch exerzieren, in einem Raum der für uns an sich sicher ist aber wir emotional von unserer Wahrnehmung her uns ja total drauf einlassen können ja wirklich sehr sehr intensiv sein.
00:32:08: Und trotzdem sind wir in Sicherheit können das ganze aber in Gedanken einmal durchspielen und auch so emotional einmal durch fühlen.
00:32:16: Die Idee ist, dass das Gehirn versucht uns da auch ein bisschen zu wappnen.
00:32:19: Dass es so ein Versuch ist in so einen adaptiven Umgang mit Ängsten zu gehen, das einmal vorzubereiten und durchzuleben.
00:32:29: Und sich also ein dystopisches Buch durchzulesen... oder einen Film über eine Dystopie zu gucken, ist natürlich ein bisschen was anderes als ein Traum.
00:32:38: Aber es ist ja auch etwas wo wir uns auf jeden Fall nicht so motorisch wie das im Traum ist aber auf einer emotionalen Ebene ja schon noch zum Wissen grad drauf einlassen und wirklich mit schwingen und nochmal ganz anders als würden wir jetzt irgendwie so theoretisch einfach nur im Gespräch darüber sprechen.
00:32:52: so Ja stimmt biomedizinische Fragen schwierig sondern Wir sehen das und wir sehen dass auch die Spitze getrieben und das macht was mit uns zu unserer eigenen emotionalen Regulation auch nutzen können.
00:33:06: Und da gibt es auch so Ähnlichkeiten.
00:33:10: zum Beispiel, warum wir Menschen uns mit Horror auseinandersetzen... also ich meine manche nicht!
00:33:14: Du zum Beispiel ja nicht?
00:33:16: Ja, ja.
00:33:17: Ich ganz gerne mal kommt drauf an welche Art von Horror auf jeden Fall nichts wo einfach nur Menschen abgeschlachtet werden.
00:33:22: Aber wenn das eine kluge Geschichte ist und trotzdem gruselig finde ich das schon ganz gut.
00:33:26: Das find' ich aber auch.
00:33:27: Da bin ich bei mir mit dir.
00:33:30: Kluge, konzipierte Geschichten, die gruselig sind.
00:33:32: Mag ich auch gerne?
00:33:33: Aber schon richtig Horror meinst du.
00:33:35: Ja, als Bücher.
00:33:35: Als Filme kann ich das nicht gucken.
00:33:36: Ich lese ja Horrorbücher manchmal.
00:33:39: Ich hab ja auch den Film zum Beispiel gelesen und so.
00:33:41: Zum Teil sind hier auch Horrorbühcher oder andere.
00:33:44: Finde ich manchmal ein bisschen weird was die da ist als Horror.
00:33:47: Also was das Horelement ist.
00:33:49: aber das finde ich interessant und ich denke, dass wäre auf jeden Fall eine eigene Folge nochmal wert.
00:33:54: Auf jeden Fall!
00:33:55: Das können wir uns dann auch noch mal anschauen.
00:33:57: Aber weil diese genau darauf kam ich noch ein bisschen auf die Überlappungen, die es gegebenenfalls auch gibt.
00:34:01: Weil was ich mir angeschaut hatte zu der Thread Simulation Theorie das bezog sich mehr auf Horrorinhalte als auf dystopische aber das lässt sicherlich ehrlich auch zum gewissen Grad übertragen.
00:34:13: und was ich auch ganz spannend fand in dem Kontext war sich noch naja gelesen habe, dass das da eben auch so ein bisschen mit dem Thema Angstlust nach Berlin über Lappung gibt.
00:34:26: Ich weiß nicht, sagt ihr das was?
00:34:27: Ja,
00:34:29: aber jetzt ist eine Doku über Horror geschaut.
00:34:30: Ah okay!
00:34:31: Weil
00:34:32: ich ja keine Horror für mich selber nicht schaue, aber ich schau mir ein Dokus darüber an.
00:34:34: Das ist eine eher zwiespältige Gefühlslage also, dass wir aus einer bedrückenden Angstphase selbst und oder auch ihrer erfolgreichen Überstehen, dem Bewältigen davon so ein lustvolles Erlebnis erwächst daraus.
00:34:53: Weil wir eben die Erfahrungen machen das wir uns dem stellen und es überwinden und irgendwie auch allein dieses Zuwenden von angstvollen Inhalten offensichtlich schon für uns etwas Lustvolles hat was eben auch gegebenenfalls damit zu tun hat, es gibt auch Studien zu der sogenannten Morbid Curiosity.
00:35:14: Also unserer morbiden Neugier dass wir uns auch generell lieber tendenziell bedrohlichen verstörenden Inhalten zuwenden.
00:35:22: wenn man uns die Wahl gibt als neutral und da kann man eben auch so drüber reden ist das halt.
00:35:29: Mit welchen Motiven hat das vielleicht zu tun, also dass wir uns mit schwierigen Themen auseinandersetzen wollen?
00:35:35: Weil es eben auch wichtig ist die zu verstehen um sich selber zu schützen.
00:35:38: Also zum Beispiel so Themen wie Gefahr, Tod oder andere extreme Verhaltensweisen und dass das wieder sowas was vorbereitendes hat etwas regulierendes haben kann.
00:35:52: Das war auch so ein Begriff, der da genannt wurde.
00:35:54: So der ästhetischen Ambivalenz dass wir zu uns einerseits irgendwie auch abgestoßen fühlen von viel also Gewalt und von bedrohlichen verstörenden Inhalten aber gleichzeitig uns auch irgendwie davon angezogen führen und das es eben auch ein wichtiger Aspekt ist von dystopien.
00:36:12: diese ambivalenz irgendwie zu halten war dann auch etwas, was zum Beispiel in verschiedenen Quellen kritisiert wurde.
00:36:19: Wenn es z.B.Distupien zu anziehend sind also wenn das so fast schon ein bisschen ästhetisiert wird Gewalt, Terror diese totalitäre Ordnung die da manchmal entsteht und dass dann so dieser satirische kritische Potenzial was eine Dystopie haben sollte irgendwie haben muss, damit diese Balance gehalten wird.
00:36:43: Damit dann auch verloren geht und sich ganz interessant als Gedanken gehen.
00:36:47: Wobei mir jetzt gar nichts einfällt, wo ich das Gefühl habe, dass das so ist?
00:36:51: Also da wurden Filme genannt die ich nicht kannte, die mich leider auch nicht mehr erinnern kann, wo das eben ... wo das dann so ein ästhetischer Genuss gewesen sein soll, zum Beispiel diesen dystopischen Film zu schauen.
00:37:04: Dass man sich da vielleicht gar nicht auf diese kritische Ebene, okay, um welche moralischen Themen geht es da?
00:37:09: und auch gar nicht in dieses regulatorische Reinkompte, weil man einfach eher wieder mehr in dieser passiven konsumistischen Haltung ist aus das hübsche
00:37:16: ...
00:37:18: Was ja auch okay ist?
00:37:19: Aber eben die Frage, was ist dein Motiv dabei?
00:37:22: Möchtest du eine spannende, hübste Geschichte erzählen oder möchtest Du dass etwas auslöst im Menschen?
00:37:27: Also, ich dachte das Problem ist eher dass dann Dystopien zu hübsch aufgezeichnet werden und man sich nicht mehr denkt oh das ist irgendwie Dystopie und es ist schlecht sondern dass man denkt aber dafür sieht es sehr schön aus.
00:37:36: Und da ist ja vielleicht nicht so schlimm und dass das eine Bedrohung ist weil ich meine dieses konsumistisch Passiver.
00:37:41: das ist ja auch jetzt bei einem eher actionlastigen dystopischen Film so weißt du?
00:37:48: Da denke ich ja auch vielleicht jetzt nicht so doll drüber nach.
00:37:51: was heißt das jetzt für unsere Gesellschaft?
00:37:53: oder sowas wie jetzt beinahe in eddie vor?
00:37:55: oder so war es?
00:37:57: Ja, ja.
00:37:59: Das war jetzt gar nicht vielleicht klanglich so wertend, aber es waren nicht Wertengemeint.
00:38:03: Nachmutter, dann bist du mehr in dieser konsumierenden Haltung als ein Film, was auch total legitim ist.
00:38:08: Aber wenn du dieses Potenzial nutzen möchtest, was dystopien- und antidystopische Geschichten haben, dann ist das ungünstig.
00:38:16: Oder wie erreicht es uns?
00:38:17: Auf welcher Ebene erreichtes uns?
00:38:19: Und dementsprechend ... Was da die Idee ist oder was vielleicht auch Potenziale für Entwicklungen... Naja, dass hinter Fragen von Geschichten angeht ist es eben günstig wenn das sich so die Balance hält zwischen diesem sich abgestoßen fühlen und sich aber trotzdem irgendwie fasziniert sein davon.
00:38:38: Genauso ist wahrscheinlich schwierig wenn man sich die ganze Zeit nur abgestossen fühlt.
00:38:41: Dann
00:38:42: hat man einfach kein Bock drauf!
00:38:43: Ja,
00:38:43: das stimmt.
00:38:44: Man muss ja irgendwie auch... Deswegen gibt es ja meistens Protagonistinnen mit denen man sich dann diese rebellische Funktion erfüllen die gegen das System sind in irgendeiner Form oder irgendwie anecken mit dem man sich identifizieren kann oder hier auch dadurch einen Leidensdruck haben.
00:38:58: Als Kindessenz kann man vielleicht so sehen, dass Supien funktionieren besonders gut wenn sie auf irgendeiner Ebene so mit tieferen psychologischen Ängsten auch diese sichtbar machen.
00:39:09: Und gleichzeitig aber auch eine sichere Distanz dazu bieten, um sich eben auch darauf einzulassen dass man nicht überfordert ist sie aber trotzdem irgendwie zu einer Auseinandersetzung einladen.
00:39:19: und auch so ne erste wenn wir da wieder im thema simulation sind auch ne erste also so was vorbereiten können.
00:39:27: Wir leben ja auch in Zeiten wo es Kollektives Thema ist eine Ungewissheit in Bezug auf die Zukunft, auch ein Gefühl von Kontrollverlust und dass da eben viele Ängste und so eine Sehnsucht nach Gewissheit vorhanden ist bei vielen Menschen.
00:39:43: Und das ist dann diese Konstruktion von potenziellen Zukunft-Visionen eben auch wie ... so ein Wegweiser für die Zukunft auch bieten kann.
00:39:55: So sollten wir es vielleicht nicht machen, aber auf diese Aspekte sollten vielleicht mehr achten.
00:39:59: und wenn wir jetzt diesen Weg noch weiter bis ins Extreme gehen dann kann ich mir das jetzt anhand dieser Geschichte vielleicht irgendwie mal vorstellen was für Kosten das hat.
00:40:06: also dass das eben so etwas geben sein kann was uns ein bisschen das Gefühl von Kontrolle zurück gibt Ein bisschen
00:40:13: Ja.
00:40:15: Und was ich mir auch noch so gestellt habe, die Frage ist, warum es gerade in den letzten Jahren seit den Nullern sehr präsent ist.
00:40:21: So dieses Thema viel in der Jugendliteratur.
00:40:24: Hast du da Ideen vorstellungen?
00:40:28: Also ich weiß nicht, ob das ein bisschen Überschneidungen hat.
00:40:30: Vielleicht mit unserer allerersten Podcast-Folge?
00:40:32: Warum Harry Potter auch so'n Hype war... Ich glaube es ist schon aus meiner Sicht die Medienaufbereitung drum herum ja relevant.
00:40:43: also wie sind Bücher zugänglich?
00:40:45: Das ist ja sehr gestiegen So auch in Bibliotheken und sowas aber auch durch Social Media.
00:40:51: welche Bücher werden empfohlen?
00:40:53: Wer liest was?
00:40:54: da hat man ja vielmehr einen Blick.
00:40:58: und auch, wie wird das verfilmt?
00:41:00: Das ist auch nochmal eine mediale Aufbereitung.
00:41:03: Ich denke, dass das schon eine große Rolle spielt.
00:41:06: aber dieses ganze Booktalk-Ding ist ja auch relativ neu und es betrifft vor allem junge erwachsene Jugendliche die dadurch wieder mehr lesen wenn ich mich nicht irre.
00:41:21: Das kann ich mir auch gut vorstellen, dass das ein wichtiger Aspekt davon ist.
00:41:24: Dass es einfach mehr miteinander geteilt wird und ausgetauscht wird dann die Begeisterung mehr wachsen kann und dann vielleicht auch verbreiteter wird Themen sind die junge Menschen einfach auch viel beschäftigen.
00:41:36: So wie will ich sein in diesen Strukturen, in dieser Gesellschaft?
00:41:39: Wie bringe ich mich ein?
00:41:40: Wogegen möchte ich kämpfen?
00:41:42: Weil ich habe nämlich gerade gedacht so die Bücher jetzt von der Jugend meiner Eltern oder also meine Tante zum Beispiel hat ja viel so Hani und Nali trotz Kopf Das sind eher noch früher zum Teil, ne?
00:41:53: Also so dreißiger bis siebziger diese Generation der Kinder.
00:41:57: Das ist eine sehr lange Zeit!
00:41:58: Die haben ja eher vielleicht auch so oder endet bleiten.
00:42:02: also das sind ja schon eher so Themen die damit gar nicht so viel zu tun haben.
00:42:06: Eher so heile Weltthemen sind so Schabernack im Internat und sowas.
00:42:12: Das es ja schon ein Wandel zu dem wie jetzt was jetzt gelesen wird Da geht es ja auch viel um Freundschaft, finde ich.
00:42:19: Also da geht's ja schon viel um Solidargemeinschaften in den letzten Endes.
00:42:21: Dieses Internatskultur oder Dolly oder wie das andere hieß da.
00:42:24: Glaubt ihr auch so eine ganze Serie über die?
00:42:27: Da gehts ja viel um Mädchen, die... Jugendlich sind und dabei aber ganz unschuldigen Herzens, Freundschaften schließen.
00:42:38: Und ein bisschen Schabernack machen, aber immer moralisch gut sind.
00:42:41: Das ist eigentlich auch spannend, dass das so ein Hype war damals.
00:42:45: Auch trotz Kopf hast du ja auch gelesen?
00:42:47: Ich weiß es nicht!
00:42:48: Ich habe auf jeden Fall den Film gesehen oder die Serie gemacht.
00:42:53: Das war, da war ich noch klein.
00:42:54: Aber
00:42:55: das heißt es gibt ja schon eine Veränderung von dem was damals konsumiert wurde zu dem was heute konsumieren wird.
00:43:00: weil ich würde jetzt sagen die Generation oder meine Oma und so die nachfolgende Generation haben eher nicht sowas gelesen.
00:43:07: Ja aber ist auch die Frage inwieweit dass dann wieder vielleicht zu deren Zeit dann auch passt?
00:43:10: Dass es eher in Richtung die Motive die Bedürfnisse eher in richtungen Eskapismus in Richtung Sicherheit heile Welt
00:43:18: im John ja
00:43:18: Gemeinschaftlichkeit ging weil die ja auch einfach.
00:43:23: Es
00:43:24: kann gut
00:43:25: sein, ja.
00:43:28: Dass wir aus einer Phase von langer Stabilität kommen
00:43:30: und merken, dass diese Stabilitäten langsam ins Wanken gerät.
00:43:33: Genau.
00:43:33: Und deswegen darauf vorbereiten.
00:43:35: Das finde ich ein sehr logischer Punkt.
00:43:37: Ja!
00:43:38: Und das ist ja auch häufig so eine Botschaft.
00:43:41: Auf jeden Fall von diesen neueren dystopischen Romanen, vor allen Dingen in der Jugendliteratur, dass es so selbst unter den schlimmsten Bedingungen noch irgendeine Art von Handlungsspielraum gibt.
00:43:49: Also da ist ja oft das Thema Widerstand oder einzelne moralische Entscheidungen.
00:43:55: Das hatten wir ganz viel durch Kettenis und kleine Akte der Menschlichkeit wie zum Beispiel als er sich dem Mädchen dazu gewandt hat im Rahmen der Hungerspiele wo sie ... dass das eben auch etwas ist, wo wir vielleicht ... Wo auch so wieder das Thema Hoffnung in schwierigen Zeiten auch wirken kann.
00:44:18: Es ist ein bisschen die Frage, was ist unser Fazit zu dystopien?
00:44:24: Weil ich fand es spannend.
00:44:25: Ich hab dystopie immer eher als etwas sehr Unterhaltsames, eskapistisches und problematisches erlebt was ja immer noch so stimmt.
00:44:39: Es ist einfach sowas Spannendes, Lustvolles... Aber auch diese beiden anderen Aspekte, dass es entlastend ist und Erkenntnis fördern.
00:44:49: Wenn ich jetzt darüber nachdenke denke ich, dass das nämlich zum Beispiel auch Aspektet davon waren die mich fasziniert haben.
00:44:54: Ich möchte vor allem gerne diese Disturpinwurst in Richtung... Biomedizinische Forschungsdinge, gerade auch bei Filmen fand ich das.
00:45:03: Mir fällt jetzt leider ein Film den ich ganz toll fand mit Jude Law und Ethan Hawke nicht ein.
00:45:12: Das war auch so ein dystopischer Film da ging es auch um solche Fragen.
00:45:14: Es fand ich mal super spannend aber... Ich denke, dass das jetzt, seit meiner Reflexion diesbezüglich auch was damit zu tun hat.
00:45:21: Dass ich dir wahrscheinlich finde, dass es insgesamt wichtige Fragen sind und einfach auch spannende Fragen und so die Frage wie soll das denn mal weitergehen?
00:45:28: Und
00:45:29: was ist ein moralischer sinnvoller Umgang damit?
00:45:33: wo sollten eben ganz leicht auch irgendwie Grenzen gesetzt werden um Menschen zu schützen oder diesen Planeten zu schützen?
00:45:39: Und das finde ich ganz spannend diesen Aspekt dann noch so zu ergänzen.
00:45:43: in der Betrachtung von Disturpin.
00:45:45: Finde ich auch vor allem, weil es ja so bedeutet, man kann sich auch lustvoll ohne das so schwerzumachen mit diesen Themen auseinandersetzen gerade Jugendliche... die sich mehr solche Bücher jetzt auch lesen.
00:45:57: Dass es möglich ist, so eine Art und Weise sich Themen zu nähern wie was wird ein totalitäres Regime?
00:46:03: Was heißt ne Solidargemeinschaft?
00:46:05: Wie funktioniert irgendwie eine Revolution?
00:46:06: Was bedeutet das für die Menschen, die involviert sind
00:46:08: usw.?
00:46:09: Dass man nicht nur im GK-Unterricht die Definition runterleiern muss!
00:46:12: Genau, sondern dass man das in einem spannenden Kontext macht wo man sich richtig rein fühlen rein denken kann, sich vielleicht auch identizieren identifizieren kann mit den Hauptfiguren und damit das dann ganz anders erlebbar wird.
00:46:24: Und trotzdem, dass auch ein schöner Prozess sein kann sich damit auseinanderzusetzen und eben nicht trocken und langweilig wie manche Kinder das vielleicht so in der Schule erleben.
00:46:34: Als ich irgendwo noch die Frage gelesen, die fand ich ganz spannend ist die Frage ob wir die beantworten können.
00:46:39: zum Schluss aber... Die Frage macht uns das sehen lesend von Dystopien empathisch oder abgestumpfter?
00:46:47: Ich würde sagen empathischer Aber auch weil ja generell es viele Studien gibt, die sagen, Romale zu lesen macht den Menschen empathischer.
00:46:54: und dystopien sind ja Versionen von Romanin in denen wir uns in Protagonistinnen rein fühlen.
00:47:00: Die eine anderen Lebensrealität ausgesetzt sind.
00:47:03: also die dystopie die ich kenne zumindest da geht's ja immer um eine Person die in diesem System eben wie ich vorhin gesagt habe eher aneckt oder die auch damit nicht zufrieden ist und wo man sich ja eher diese Warte auch rein versetzt wie das ist und ich würde sagen, dass macht auf jeden Fall empathischer.
00:47:20: Ich glaube, ich würde dir das so zustimmen.
00:47:23: Weil ich finde eben was abstumpft es ja zum Beispiel Nachrichten zu konsumieren Leid zu sehen, wo ich das nie so fühlbar für mich ist.
00:47:36: Weil was weiß ich?
00:47:37: Es sind vierzig Menschen ertrunken und das sind keine Menschen, die einen Bezug haben.
00:47:42: Deswegen finde ich es der Wert von dystopie eine Person rauszugreifen aus dieser Dystopie, deren Leid erlebbar zu machen.
00:47:50: Das macht uns gerade nicht abgestumpft dem gegenüber.
00:47:54: Ich finde, das ist ein sehr schönes Fazit zum Ende.
00:47:58: Das freut mich!
00:48:00: Dann würde ich sagen, schließen wir das Thema für heute mal ab und hoffen ihr fandet es interessant.
00:48:08: Und gebt uns dazu doch gerne eine Rückmeldung oder bewertet uns
00:48:13: mit
00:48:14: gerne vielen Sternen.
00:48:16: Ja!
00:48:17: Und dann hören wir uns beim nächsten Mal
00:48:19: genau.
00:48:20: Ihr hört uns beim Nächsten Mal bis dahin.
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