21 - Influencer auf der Couch: Wenn Echtheit zur Performance wird

Shownotes

In dieser Folge werfen wir einen psychologischen Blick auf Influencer, Content Creation und die Mechanismen hinter Likes, Identität und Selbstwert.

Zwischen Inszenierung, Authentizität und dem Wunsch, gesehen zu werden, geht es u.a. um eine Frage, die uns alle betrifft: Wer sind wir, wenn ständig jemand zusieht?

Quellen:

Bühring, P., & Richter-Kuhlmann, E. (Jahr). Soziale Medien: Zwischen Risiken und Nutzen. Deutsches Ärzteblatt, PP(7).

DAK-Gesundheit. (2025). DAK Mediensucht-Studie 2026: Problematische Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/dak-studie-mediensucht-2026_164552

Deutschlandfunk. (2026, 20. August). Social-Media-Sucht – Warum dahinter mehr steckt als Algorithmen [Audio-Podcast-Folge]. In Der Tag. Deutschlandradio.

Erikson, E. H. (1968). Identity: Youth and crisis. W. W. Norton & Company.

Erikson, E. H. (1974). Identität und Lebenszyklus: Drei Aufsätze. Suhrkamp.

Nymoen, O., & Schmitt, W. M. (2021). Influencer: Die Ideologie der Werbekörper. Suhrkamp.


Wir sind beide ausgebildete Psychotherapeutinnen und unsere Analysen basieren u.a. auf psychologischen Theorien, aber wir erheben keinen Anspruch auf Wahrhaftigkeit und sie ersetzen keine Beratung geschweige denn eine Psychotherapie. Alles Gesagte sind nur unsere Interpretationen und Gedanken.

Wenn ihr psychologische Unterstützung benötigt, wendet euch bitte an eine Fachkraft vor Ort oder telefonisch an die Terminvergabestelle der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unter der -116117.

Transkript anzeigen

00:00:06: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Popkultur auf der Couch.

00:00:10: Ich bin Bea

00:00:11: und ich bin Tina,

00:00:12: und wir sind beide psychologische Psychotherapeutinnen und reden über popkulturelle Phänomene.

00:00:18: Und heute hat Tina eine Folge

00:00:21: vorbereitet.

00:00:22: Genau!

00:00:22: Ich habe mich so ein bisschen inspirieren lassen von der einen Hunger Games-Folge.

00:00:29: da haben wir ja über Finny Godet gesprochen Da hattest du ja auch das Thema Schönheit mitgebracht.

00:00:35: Das war ja auch superinteressant und da hatten wir ja auch so eine Parallele zu unseren Zeiten, also zu unsern Zeiten, das ging zwar als wäre angegeben, es irgendwie zirklich in anderen Zeiten mal real gewesen... Also unsere Realität!

00:00:52: Hatten wir da die Parallele gefunden, das ist ja so ein bisschen oder?

00:00:55: ich glaube nicht.

00:00:56: Ich weiß gerade nicht mehr genau an so Influencer-Toumen erinnert hat und Content Creation soziale Medien.

00:01:02: Ja, da haben

00:01:03: wir lange drüber gesprochen.

00:01:05: Und sieh, wie ich

00:01:06: gar nicht mehr dran erinnere.

00:01:07: Auf jeden Fall so ja!

00:01:09: Also da ging es ja auch um die öffentliche Vermarktung von Persönlichkeit und Schönheit also ein bisschen das Thema Mensch als Produkt und deswegen beschäftigen wir uns heute mit dem Thema Influencer auf der Couch.

00:01:23: Geil!

00:01:24: Ja cool Und das würden wir jetzt einfach mal als englisches Wort betrachten.

00:01:28: Deswegen ist es dann einfach ein neutral, also geschlechtlich-neutrales Wortinfluencer und deswegen wird das nicht gegendert.

00:01:36: Also das ist ja schon etwas was in unseren Zeiten ziemlich relevant ist so soziale Medien, Influenza-Tum... Ich weiß gar nicht, ist das ein Wort?

00:01:46: Wenn

00:01:46: du das sagst, ist es bestimmt ein Wort.

00:01:48: Es ist mehrfach irgendwie schon gedacht oder geschrieben und dachte irgendwie hab ich irgendwie selber überzeugt, dass wäre ein Wort.

00:01:54: Ab jetzt ist es ein Wort.

00:01:54: Genau und ich hatte ja auch, und ich glaube du auch, ich hatte dir das Buch glaub' ich auch mal ausgeliehen.

00:02:00: Das heißt auch Influencer von Ole Niemöhn.

00:02:03: Ich weiß nicht genau wie sie sind.

00:02:04: Niemön?

00:02:05: Niemön!

00:02:05: Das ist eine norwegische Name, glaube ich.

00:02:07: Und von Wolfgang M. Schmidt die haben einen Sachbuch geschrieben über Influenza und das fand ich sehr spannend.

00:02:17: Das habe ich vor ein paar Jahren mal gelesen und ich glaub', ich hab's ja auch ausgelien oder?

00:02:19: Hattest du es auch gelesen?

00:02:20: Ich hab's auch gelessen, aber ich habe wirklich nur sehr wahre Erinnerungen jetzt dran, wo wir drüber sprechen.

00:02:25: Aber das ist vielleicht gar nicht so eine schlechte Basis da du ja vielleicht ein paar Sachen noch irgendwie im Hinterkopf hast oder dich auf jeden Fall auch mal im Rahmen dieses Buches Dammt auseinandergesetzt hast, dass es für dich jetzt auch nicht ganz neu ist.

00:02:36: Das war so ein bisschen mein Ausgangspunkt für die Überlegung.

00:02:40: Die haben eher aus einer Wirtschafts- philosophischen Ebene darüber, das so analysiert und reflektiert.

00:02:49: Das machen wir hier jetzt natürlich nicht sondern wir schauen aus einer psychologischen Perspektive da drauf und schauen uns mal ein bisschen an was eigentlich für psychische psychologische Prozesse da eine Rolle spielen könnten und was das vielleicht auch mit unserer Wahrnehmung von Identität unserem Selbstbild und vielleicht auch unseren Selbstwert zu tun haben könnte, dass wir in Zeiten leben wo Content Creation eben so allgegenwärtig ist und eben auch ein krasses Ding vor allen Dingen auch für jüngere Menschen ist.

00:03:23: Also für Kinder- und Jugendliche.

00:03:25: Jünger als wir meinst du?

00:03:26: Geht doch!

00:03:27: Ja doch ein bisschen jünger geht.

00:03:29: Genau also ich krieg das ja nicht so doll mit.

00:03:31: aber so wie ich das mich belesen

00:03:33: habe...

00:03:36: Ist das offensichtlich schon ein ziemliches Ding für Kinder und Jugendliche?

00:03:40: Die haben ja auch teilweise irgendwie krasse Screenzeiten.

00:03:43: Und es ist dann nicht nur, dass die da spielen, sondern dass sie auch wirklich ... Also, dass da so ein krasser Hype auch um manche Influenz hat.

00:03:52: Dass die so die neuen Popstars sind, die total zu Vorbildern werden.

00:03:58: Wo dann irgendwelche Kinder- und Jugendlichen dann auch zu mieten Greets gehen Tausend Dinge konsumieren und kaufen, weil die eben empfohlen wurden von diesen Influencern oder weil sie dann ihren eigenen Merch haben.

00:04:10: Also das hört sich alles so wahnsinnig boomrig an.

00:04:14: Das scheint ein ganz schönes Ding bei den jungen Menschen zu sein!

00:04:16: Ja

00:04:17: aber ich finde es ein richtig gutes Thema, weil wir ja tatsächlich beide vielleicht in der Generation sind wo wir diesen krassen Hype nicht so gut nachvollziehen können?

00:04:27: Ein persönliches Ding.

00:04:28: Aber ich finde das schon immer faszinierend, weil mich da so schlecht reinversetzen kann wie man so krass Content-Creator folgen kann.

00:04:36: Weil ich es einfach nicht mache und noch nie gemacht habe und es einfach gar kein Bedürfnis habe um mich in Leuten dabei zuzuschauen wie sie ihre Wohnung mir zeigen.

00:04:44: Deswegen

00:04:44: freue ich mich sehr erleuchte mich gerne was da die Prozesse sind

00:04:49: Kein Druck oder so.

00:04:50: Okay, genau ja bei mir geht es mir geht das ähnlich.

00:04:54: also ich habe schon eine gewisse faszination für manche Menschen die eben aber das sind eher dann menschen die podcasten und irgendwie schreiben und da beschäftigt mich zum beispiel gerne mit was allen möglichen dingen die diese raus bringen.

00:05:11: und also hören wir das an lesen wir das durch aber ich müsste den jetzt nicht dabei zuschauen wie sie irgendwie Ihre Wohnung einrichten?

00:05:18: Genau,

00:05:18: das ist bei mir nämlich auch ganz durch.

00:05:20: Es gibt schon paar auf Instagram... Das nutze ich ja nicht so viel aber es gibt ein paar denen ich folge, auch AutorInnen oder so und dann sehe ich Sachen aus deren Privatleben und das nutzelt mich einfach nicht.

00:05:28: Also ich mich interessiert halt was die für Sachen zu sagen haben zu den Themen über die sie halt schreiben.

00:05:33: oder auch mich interessert halt wenn die einen Buch rausbringen oder sowas.

00:05:36: Aber mich interessieren oft trotz dessen dass sich die Person irgendwie für das was sie macht schätze deren Private Leben einfach nicht so sehr.

00:05:45: Ja, selber grenzt auf jeden Fall.

00:05:48: Zum einen ist es nicht so spannend und manchmal, wenn's dann irgendwelche Menschen sind die eben sehr erfolgreich sind.

00:05:52: Dann riech ich mich immer darüber auf welchem Überfluss sie lieben wie sozial ungerecht das eigentlich ist.

00:05:59: Ja

00:05:59: um mich nervt schon auch oft dass man halt nur so ein Einblick bekommt in das happy life gefühlt.

00:06:05: Das nützt mir halt irgendwie nichts zu sehen wie die schöne Urlaube machen.

00:06:08: Das macht mich da nur unzufrieden mit meinem Leben.

00:06:12: Ja, das ist ja auch ein Punkt über dem wir uns dann noch ein bisschen genauer austauschen werden.

00:06:17: Dass es natürlich einfach ein super verzerrtes Bild ist was man da so präsentiert bekommt und dass es natürlich auch total also aufgrund dessen weil es eben massiv korrektiert ist.

00:06:30: Und selbst wenn mal irgendwie unangenehme Dinge präsentiert werden, dann ist das ja auch auf eine ganz bewusste Art und Weise und teilweise auf eine sehr ästhetische Art.

00:06:40: Das ist ja auch nicht vergleichbar mit dem realen Leben.

00:06:43: Vielleicht

00:06:45: nochmal kurz zu den Hauptpunkten des Buches?

00:06:51: Da argumentieren die beiden Autoren, dass Influencer eben mehr sind als nur Werbefiguren.

00:06:57: Also das würde ich jetzt sowieso tatsächlich gesagt weil sie präsentieren sich auch deutlich mehr als das.

00:07:03: aber man könnte ja eher wenn man da so drauf schon sagt naja gut die verkaufen halt ihren Kram und wollen halt Geld verdienen.

00:07:10: Das Besondere dabei ist eben, dass die so ihr eigenes Leben zu einer Marke machen und ihre eigene Persönlichkeit auch zu einem Produkt hochstilisieren.

00:07:19: Und das da eben so die Grenzen zwischen privatem Unterhaltung und Werbung eben auch miteinander verschwimmen.

00:07:28: Genauso sind die Hauptpunkte von... Wie hast du gesagt, wird der Niemöhn?

00:07:33: Und Schmidt sind dann so ein bisschen das echte Wirt.

00:07:35: Also in Anführungsstrichen das Echte ganz wichtige Anführung Striche wird zum Produkt und dass ebenso dieses Thema Authentzität wird zu genutzt als Marketing Strategie zur Steigerung der eigenen wirtschaftlichen

00:07:48: Halt.

00:07:49: Das macht ja gleich schon mal so einen Spannungsfeld auf wenn man darüber nachdenkt da habe ich auch schon im Rahmen von den sozialen Medien schon immer mal drüber nachgedacht super seltsam findet, dass daher es geht ja ständig nur darum irgendwie autentisch zu sein.

00:08:04: Also da haben wir auch ich glaube in irgendeinem anderen... In der anderen Folge haben wir mal kurz über Reality-Tee Frau gesprochen und dann hatte ich ja auch erzählt das ist immer darum geht möglichst real zu sein und dass das Schlimmste was dir ein Kopf geworfen werden kann ist, dass jemand dich irgendwie Fake nennt oder so?

00:08:23: Und das ist halt einfach so seltsam und widersprüchlich weil es ist ja total paradox dass die ganze zeit davon irgendwie berichtet wird das man versucht oder dass man sich als total echt.

00:08:38: Und authentisch präsentiert.

00:08:40: aber authenticity authentizität ein böses wort das bedeutet ja dass man spontan ehrlich, natürlich sich verhält.

00:08:53: Und das steht ja in einem kassen Kontrast dazu was auf den sozialen Medien passiert.

00:08:56: also das ist ja ein bewusstes Inszenieren dass es eine professionelle Produktion gerade auch wenn die dann erfolgreicher werden Dann ist das wirklich da ist ein Team dahinter Da sind riesige Ressourcen die da reingesteckt werden.

00:09:10: Planungen, Produktion und Professionelles aufarbeiten Das ist ja eigentlich der komplette Gegenstück zu Authentizität.

00:09:20: Da kann man sich ja schon nochmal fragen, warum diese in Anpfungstrichen echten Inhalte so gut auch funktionieren?

00:09:26: Also das machen die ja weil das auch so gut klappt und gleichzeitig sind das ja die, die wahrscheinlich am unauthentischsten sind, weil sie wissen wie wichtig es ist und da ganz viel Mühe und Arbeit reingesteckt wird.

00:09:38: Aber was denkst du denn so?

00:09:40: Warum vielleicht die Menschen gerade nach solchen Konten- contentlechzen?

00:09:47: Lichtsinn.

00:09:51: Also ich glaube, weil ja schon die Illusion trotzdem entsteht dass das

00:09:56: echt

00:09:57: ist oder?

00:09:59: So soll es zumindest sein.

00:10:00: Ich glaube, dass man das so krass hinterfragt.

00:10:03: Das ist nicht gewollt von dem Entnis produzieren und ich denke, das ist auch ein Consumer.

00:10:08: Wie sagt man?

00:10:09: Ja oder?

00:10:11: Konsumentinne In der Person, die das konsumiert.

00:10:16: Da ist es ja auch ... Wenn man das nicht so krass hinterfragt, vielleicht doch das Gefühl was entsteht?

00:10:22: Dass man einen echten Leben hat und ein Privileg an eine Echtheit teilt zu haben diese Content Creatorin quasi ... Man schafft eine Art persönliche ... vermeintlich persönliche Bindung.

00:10:35: Guck mal wie nahe die mich dranlässt oder sowas.

00:10:38: Und ich glaube dass dann schon so passiert, dass man halt da vermeintlich mit so mit Aspekten davon relating kann.

00:10:48: Also zum Beispiel wenn Leute ihre Wohnung zeigen und dann zeigen die eine Ecke die es unaufgeräumt also was weiß ich?

00:10:52: Dann denkt man ah ja bei mir ist es auch unaufgereumt keine Ahnung.

00:10:54: Und dann tüte man sich als hätte man eine verletzliche Seite gesehen.

00:10:58: das ist irgendwie ein Privileg.

00:10:59: oder was denkst du?

00:11:01: Ja auf jeden Fall in dem Kontext spricht man hier von parasozialen Beziehungen wie man da aufbaut.

00:11:08: Was er bedeutet das eben Einseitige Beziehungen entstehen.

00:11:12: also der Content Creator schickt da seine Inhalte raus in die Welt und gestaltet die auch möglichst so, dass sich Menschen davon gut angesprochen fühlen.

00:11:23: Also zum Beispiel was meint ihr dazu?

00:11:25: Ich finde das ja so und so.

00:11:26: Schreibt doch mal in die Kommentare!

00:11:27: Also mich interessiert eure Meinung... Und du interessierst

00:11:30: auch eure

00:11:30: Meinung?!

00:11:32: Ja,

00:11:33: und interessiert auch eure Meinung.

00:11:34: Das ist

00:11:34: korrekt aber ich glaube das ist doch nochmal ein bisschen anderer Rahmen als bei wirklich sehr erfolgreichen Social Media Accounts.

00:11:44: Es heißt ja gar nicht dass es immer überhaupt nicht stimmt dass dann gewisses Interesse daran steht aber das ist schon die Motivation dahinter was wegen man das so... formuliert, dass das schon in vielen Fällen sicherlich darum geht.

00:11:57: Dass man einfach ... Da haben wir so einen Schlagwort bei sozialen Medien einfach das Engagement fördern möchte und dass man eben weiß, wenn die Leute sich irgendwie angesprochen fühlen, wenn sie das Gefühl haben, ah... Das ist irgendwie wichtig!

00:12:10: Und von der Tresse, dass ich hier dran bleibe, dann bleiben Sie natürlich auch eher dran.

00:12:14: Ja zum Beispiel auch, dass die oft Menschen mit ihr lieben oder sowas ansprechen?

00:12:19: Also fast alle gefühlt,

00:12:20: oder?!

00:12:21: Ja, oder das ist ja auch ganz häufig.

00:12:22: Obwohl dass es ja auch im Podcast manchmal der Fall, dass man dann so einen Namen hat für seine Community.

00:12:27: Also

00:12:28: der sich dann zum Beispiel aus... Die Hüttis?

00:12:30: Genau!

00:12:31: Und wir docken hier natürlich immer wieder an die absoluten Grundbedürfnisse von uns Menschen an.

00:12:36: also hier wäre es dann ebenso Gemeinschaftlichkeit Verbindung Und genauso gibt es eben auch ganz viele andere Grundbedürfnisse, die damit so ein bisschen bespielt werden.

00:12:46: Wenn man zum Beispiel einen Eindruck hat oder wird nach meiner Meinung gefragt und wir sollen uns hier irgendwie an was beteiligen dann habe ich vielleicht das Gefühl irgendwie meinen Beitrag leisten zu können das Ganze irgendwie ein bisschen mit Steuern kontrollieren zu können.

00:13:01: Ja also ich hab mich tatsächlich aber gefragt weil du sagst ja man hat dann so vermeintliche Kontrolle wenn man ja mit kommentieren kann Aber superviele konsumieren ja ohne jemals zu kommentieren.

00:13:12: das ist eine illusion.

00:13:13: also wie bis nach du es ja auch anklingen lassen was ist eigentlich die illusion?

00:13:16: weil ich ja aktiv erstmal bei sehr erfolgreichen menschen gibt's ja irgendwie tausende von kommentaren lesen dir vielleicht gar nicht so richtig bestimmt

00:13:24: nicht.

00:13:25: und dann.

00:13:26: Ist das ja trotzdem, es gibt ja trotzdem Millionen, wenn die jetzt konsumieren und nicht kommentieren.

00:13:31: Und der andere Punkt den du gesagt hast mit der Gemeinschaft und der Verbundenheit finde ich wahnsinnig deprimierend.

00:13:36: ehrlich gesagt also weil dass er so ist, du sitzt alleine vor deinem Handy und hast wie du gesagt, eine parasoziale, was heißt das?

00:13:43: Parasoziale Beziehung zu einer Person, die sich, die dich noch nie getroffen hat, die nichts über dich weiß und du denkst Das ist Gemeinshaft!

00:13:50: Also das finde ich irgendwie super depremierende Gedanken.

00:13:54: Ja Es ist auch irgendwie, aber es zeigt einfach welche Bedürfnisse da sind.

00:13:58: Und in unserer Welt wo halt immer mehr Vereinzelung passiert ist dieses Bedürftnis natürlich bei vielen Menschen wahnsinnig groß und das ist so ein bisschen wie eine Ersatzdroge davor.

00:14:08: Das ist dann so deren Metadonen.

00:14:10: ich krieg irgendwie vielleicht im wahren Leben das nicht so gut hin oder ich kriegs vielleicht schon hin aber es ist halt herausfordernder es geht mit mehr Schwierigkeiten einher.

00:14:20: Na ja, soziale Interaktion sind manchmal auch nicht so leicht oder das ist halt... Konfliktbehaftete.

00:14:26: Oder da wird man auch mal gekränkt oder fühlt sich in Frage gestellt.

00:14:31: Also es ist einfach herausfordernder und da hat man dann eine Leitvariante.

00:14:35: also Bindung leid Man kann das ja auch selber Und da haben wir wieder diesen Aspekt der Kontrolle.

00:14:40: Ich kann das super Nachmutter jetzt ist mir zu viel oder das gefällt mir jetzt nicht.

00:14:44: Dann wische ich weiter und gucke mir erst den nächsten Video an weil das gefelt mich jetzt nicht.

00:14:48: Das im wahren Leben ist schwierig.

00:14:50: Wenn im wahren leben die jemand was erzählt und dir gefällt das nicht, dann kannst du die einfach weiterwischen.

00:14:56: Und sagen, nee, das möcht ich jetzt nicht hören sondern da muss man vielleicht sich auf ein schwieriges Gespräch einlassen oder ich weiß nicht, man kann natürlich auch sich die Ohren zu halten und la-la sagen aber es ist dann vielleicht auch nicht so förderlich für die Beziehung.

00:15:08: Also reale Beziehungen sind einfach viel mehr Arbeit.

00:15:13: Sie

00:15:13: sind natürlich auch deutlich.

00:15:14: also ich will das erzählen, das klingt so wahnsinnig negativ sie viel bedeutsamer und sie geben uns viel, viel mehr als solche parasozialen Verbindungen was nicht heißt dass es nicht auch wenn das in einem gewissen Rahmen bleibt.

00:15:26: Auch was total schönes sein kann also das für manche Menschen ist eine riesige Ressource dass die Teil von so einer Community sind.

00:15:32: solange das nicht alleine dasteht und man sonst im Leben einfach total vereinzelt ist Und das ein vielleicht eher sogar dieser Vermeidung hält würde ich das auch gar nicht so pathologisieren wollen.

00:15:41: genau.

00:15:42: aber ich glaube einen teil von der community zu sein ist noch etwas anderes Weil du vielleicht auch wirklich Kommentare teilst und dann andere Menschen deine Kommentare kommentieren, die du vielleicht kennst mittlerweile oder so was weiß ich ja.

00:15:53: Als nur jemandem stupide zu followen, oder?

00:15:56: Ja.

00:15:59: Und das versteh' ich schon.

00:16:00: Das ist ja wie Taylor Swift

00:16:01: in der

00:16:01: Community engagiert als... ...und ja auch Easter Eggs und sozial Versteckende.

00:16:06: Die hat es ja auch perfektioniert mit der Community.

00:16:09: Da geht's nicht nur darum, was Taylor Swift macht sondern auch ein Teil von der Community zu sein Menschen zu Konzerten zu gehen oder was weiß ich?

00:16:16: Irgendwas zu haben, wo man halt zusammenengaged.

00:16:18: Ja und das gibt es ja auch bei allem.

00:16:20: Das ist ja nichts Spezifisches für soziale Medien.

00:16:23: Das gibt's ja auch zum Beispiel Harry Potter oder so krasse Communities zu Büchern oder zu Filmen oder was heißt ich fast

00:16:32: Genau, weil viele von diesen Communities zentrieren sich ja doch auch mal ein Ereignis wo man real ist.

00:16:37: dann würde ich sagen oder?

00:16:38: Oder wo man sich austauscht.

00:16:39: Ah weiß nicht aber zumindest über.

00:16:41: also geht es da auch um Austausch würd' ich sagen während wenn ich nur einen Content verfolge Dann gibt's ja keinen Austauschen.

00:16:50: genau das ist die Art von Konsum sollte man eben auch differenziert betrachten.

00:16:55: Also das ist so was rein Passives.

00:16:59: Substituiere ich damit so ein bisschen ein reales Leben, in dem ich zuhause auf der Couch sitze und irgendwie stundenlang teilweise wirklich viele viele viele Stunden lang durch irgendwelche Beiträge von Influenz und Scroller.

00:17:11: Und mach eigentlich gar nichts im realen Leben oder auf jeden Fall sehr wenig.

00:17:16: Oder bin ich halt irgendwie für eine Sache feuer in Flamme und bin da total viel im Haustausch, und da eben auch dementsprechend viel online aber eben auch viel im realen Leben aktiv?

00:17:25: Also hier geht es jetzt mehr darum um die eher passiv Konsumierenden.

00:17:30: Ja das ist ja auch eher das was deprimierend ist.

00:17:32: dann oder was für Menschen sich oft isolierend am Ende des Tages anfühlt.

00:17:35: ne Auch wenn es vermeintlich erstmal eine einfache Strategie ist Und das ist dann ja immer so etwas ... Teufelskreis mäßig selber aufrechterhält, ne?

00:17:42: Weil natürlich dann auch ich je mehr ich das mache, desto mehr bin ich ja auch in diesem... Also weniger baue ich mir auch Freundeskreise auf.

00:17:50: Desto mehr verliere ich vielleicht auch mein Vertrauen in meine sozialen Kompetenzen oder das mehr bauee ich auch Unsicherheit auf und das behindert natürlich auch weitere soziale Kontakte dann wieder.

00:18:00: Ja da würde ich dir total zustimmen!

00:18:01: Und weil wir jetzt gerade sowieso bei dem Thema sind, dann kann ich ja vielleicht auch grad noch so ein paar Punkte benennen die da einfach auch eine Rolle spielen.

00:18:09: Wir wollen hier nach, dann mehr auf Content Creation an sich und was macht das denn eigentlich mit uns?

00:18:13: Wenn wir in der Welt leben wo es ganz viel darum geht, uns immer wieder zu präsentieren und da so auf diese andere Ebene ein bisschen mehr einzugehen.

00:18:21: aber jetzt noch mal einmal kurz in Richtung... Was ist denn eigentlich bei denen, die konsumieren?

00:18:24: Und was man da inzwischen schon so weiß und was einem da so gut tut und was ich immer auch nicht so gut.

00:18:30: Also wir gucken mehr auf das, was tut nichts so gut.

00:18:33: Es gibt ja, ich hatte das ja vorhin gesagt wirklich viele Menschen So create wirklich täglich sehr, sehr viel konsumieren.

00:18:41: Da könnte man ja es meinen ja gut.

00:18:44: Es wird ja viel diskutiert so jetzt auch mit den Social Media verboten.

00:18:49: Australien ist das schon seit diesem oder letztem

00:18:52: Jahr?

00:18:52: Seit

00:18:52: diesem Jahr

00:18:55: glaube ich.

00:18:57: Das kann man wohl relativ gut umgehen.

00:18:59: Das überrascht mich nicht so doll.

00:19:01: Die meisten Menschen, die davon Ahnung haben und sich auch mit diesem Thema auseinandersetzen, haben auch ein Verbot nicht empfohlen.

00:19:09: Also natürlich schon auf jeden Fall eine Zugangsbeschränkung und einen veränderten Kinder jugendgerechterer Zugang und auch mit dem Block von verschiedenen Inhalten.

00:19:22: aber da wird meistens eher Begleitung und Bildung.

00:19:27: ...betont als veränderte Intervention und nicht eben das Verbot, weil es eben nicht so zu funktionieren scheint.

00:19:33: Ich fand es auch interessant, ich weiß nicht ob du das mitbekommen hast... also erstmal umgehen dass viele aber es gibt tatsächlich auch so Studien die zeigen, dass die Menschen wirklich das Verboteinhalten, dass sie deutlich weniger sich auch politisch informieren und dass die auch wirklich viel Informationsmaterial einfach nicht mehr konsumieren, weil sie es halt nie gelernt haben an das zu konsumiert über Social Media.

00:19:52: Und dass die halt dann einfach viel Informationsgewinn wegfällt.

00:19:57: Das ist ein großer Verlust, was politische Bildung anbelangt.

00:20:00: oder du Tages ... Weiß nicht, auf Instagram gibt es auch Tagesschau und Zeugnis, wenn das alles wegfält.

00:20:05: Viele Menschen konsumieren ja gar nicht mehr analoge Medien.

00:20:08: Die setzen sich da nicht um acht Uhr.

00:20:10: So,

00:20:11: die über Al-Def guckt sich die Tagsschau an.

00:20:14: Ja, stimmt!

00:20:15: Das ist halt einfach ... Das Informationssuchverhalten hat sich massiv verändert im ... Verlauf der letzten Jahre.

00:20:22: Also ich habe zum Beispiel ja noch irgendwie ein paar Zeitungsapp auf dem Handy.

00:20:25: Jetzt haben wir sicherlich jüngere Menschen, als wir nicht mehr oder die machen alles über soziale Medien?

00:20:31: Ja!

00:20:31: Ich hab auch keine Zeitung-Apps, ich hab halt früher mal die Tagesschau, tatsächlich eine ganze Weile noch geschaut.

00:20:36: und ich würde sagen meine größte politische Informationsgründe ist schon Instagram.

00:20:41: Echt?!

00:20:42: Ja also da hab' ich ganz viele Accounts wo irgendwie gute Bildungen geboten wird.

00:20:50: aber Und

00:20:51: der Deutschlandfunk bei mir noch.

00:20:53: Okay, ja.

00:20:54: Bei mir ist Podcasts und meistens wenn ich... Auch keine Empfehlung!

00:20:59: Wenn ich morgens aufwache, gucke ich erstmal, lese ich noch ein bisschen in den Zeitungsapps und lese mir ein paar Artikel durch was so passiert ist.

00:21:07: Aber ich glaube das ist halt schon für junge Menschen einfach attraktiv dass es halt so rein geht wie sagt man?

00:21:15: Ich weiß nicht, was du machen möchtest sehen.

00:21:16: Kann ich dir nicht helfen?

00:21:17: Reingestreut

00:21:18: wird in ihr Feed ... Sie müssen halt nicht aktiv das Konsumieren.

00:21:21: Dann haben sie einen Feed von jemandem, der sich folgen und dann kommt ein Tagesschauffeed.

00:21:26: Dann denken sie, okay, das passiert auch.

00:21:27: Und dann kommt wieder ein Feed über irgendwas Katzen oder was weiß ich?

00:21:32: Mote, keine Ahnung.

00:21:34: Das macht's so super Low-Level, dass zu konsumieren

00:21:38: ist eigentlich ein bisschen schade.

00:21:40: solche Informationen, das wäre ja schon auch legitim, das ganz bewusst zu konsumieren.

00:21:43: Und dass man das nicht so niedrigschwellig machen muss damit dann mal Informationen konsumiert werden.

00:21:51: Aber gut, das ist wahrscheinlich auch nicht bei allen anderen der Fall.

00:21:54: Das fände ich irgendwie ein bisschen deprimierend.

00:21:55: wenn man Leute dazu zwingen müsste sich informieren indem man es einfach mal reinstreut in Make-up und Kleider... Ein bisschen

00:22:02: ist jetzt doch so oder?

00:22:04: Ja kann sein Wir müssten mehr Kontakt haben mit irgendwelchen Leute.

00:22:10: Mit zehn bis achtzehnjährigen oder so, das ist jetzt nicht die Crowd, mit der ich meistens rumhänge.

00:22:14: Das wäre auch super grüßig!

00:22:17: Außer wenn es dein Beruf dann wär's voll geil.

00:22:18: Aber da würden wir auch nicht rumhängen, sondern mit den Tarbeiten.

00:22:21: Dann wäre es noch schlimmer, wenn ich mit ihnen herumhängen würde.

00:22:27: Aber nochmal zurück zum Punkt, dass die Forschung dann nicht sonderlich einheitlich ist.

00:22:33: Also ich hätte jetzt auch als ich angefangen habe mich da so bisschen zu informieren erwartet das es da irgendwie klärere Ergebnisse gibt.

00:22:38: aber es ist Ja ich bleibe dabei sehr uneindeutig.

00:22:42: also man weiß einfach dass es ganz unterschiedliche Faktoren gibt von denen das abhängt wie ungünstig sich soziale Medien auch oder auch wie günstig sich Soziale Medien auswirken kann.

00:22:52: Das hängt natürlich davon ab vom Alter, also vom Entwicklungsstand von der Persönlichkeit und von der Medienkompetenz die mitgebracht wird.

00:22:59: Natürlich auch ganz relevant sind die Art der Inhalte, die konsumiert werden Und auch das fand ich einen ganz interessanten Punkt Die Rolle, die Social Media für den eigenen Selbstwert spielt.

00:23:10: Also wie relevant das Ganze auch ist Und deswegen sind eben keine einfachen Aussagen dazu möglich, also wie zum Beispiel Social Media macht uns generell irgendwie krank oder Social media ist irgendwie unproblematisch.

00:23:22: Das sind beides Aussagen die kann man einfach nicht in dieser Gänze tätigen.

00:23:26: Also kannst du das ein bisschen ausführen.

00:23:27: den Punkt mit dem Selbstwert?

00:23:29: Leider nein!

00:23:31: Dann hab ich in einer Studie gelesen, aber da wurde nicht weiter drauf eingegangen.

00:23:34: Aber ich find's irgendwie nachvollziehbar, dass wenn man jetzt sagt, ich brauche das total, wenn ich... Das ist immer der Ort wo ich mir neue Tipps hole für irgendwas, dass ich das Gefühl habe, ich bin up to date oder wo ich mich vergleiche mit anderen und wo ich das gefühl habe, dann bin Im Austausch dann ist es natürlich auch viel relevanter als wenn ich sage naja, ich gucke mir da manchmal was an aber eigentlich so richtig relevant ist das

00:23:58: jetzt.

00:23:58: Ich finde gerade den Selbstwertpunkt interessant, sehr spezifisch.

00:24:01: Aber gut, das können wir vielleicht eher spekulieren als...

00:24:04: Ja, müsste man mal nachdenken.

00:24:07: Und dann gibt's auch eine Medien-Suchtstudie von der DHK und im Uniklinikum Hamburg vom zwanzigundzwanzig.

00:24:14: Also das war die Studie, die ja zwanzixundzechs rausgebracht wurde.

00:24:18: also da wurde ein bisschen erfragt Was für Effekte Social Media auch hat und welche Impulse darf man so ausgehen?

00:24:25: Und haben eben vierzig Prozent der befragten zehn bis siebzehnjährigen angegeben, dass sie durch Social media auch... ...durch social media Empfehlungen auf Produkte aufmerksam gemacht werden.

00:24:35: Wie viele davon dann eben in Konsum auch tatsächlich enden ist jetzt die nächste Frage.

00:24:40: aber auf jeden Fall das ist sehr viel dort auch vierzig prozent durchaus um Konsum geht und bei siebenundvierzig Prozent eben durch ganz explizit auch Werbung auf Social-Media-Plattformen, die Sie da auch bekommen.

00:24:54: Und da kann man ja schon ein bisschen diskutieren wie sich dann diese parasoziale Beziehung oder Auswirkungen auf diese wahrgenommene Werbung?

00:25:03: Weil es natürlich ... Also wenn man davon ausgehen kann dass zum Beispiel weniger kritisches Hinterfragen dadurch passiert das man sagt okay aber das ist doch irgendwie mein hochgeschätzter Influencer, bei dem ich immer alles mögliche anschaue und der empfiehlt mir das.

00:25:18: Da muss ich das schon kaufen.

00:25:19: und außerdem muss man natürlich auch also bei zehn bis siebzehnjährigen da sind die exekutiven Gehirnfunktionen auch nicht ausreichend ausgebildet.

00:25:28: Wird die Exekutive schon oder?

00:25:29: Nee, bis Anfang Mitte zwanzig.

00:25:31: Ist

00:25:31: exekutive nicht ausführend?

00:25:33: Die exekute Funktionen sind so ein bisschen so einen Sammelbegriff für alle möglichen... kognitiven Fähigkeiten, die man der sogenannten kognitivem Kontrolle zuordnet.

00:25:45: Also zum Beispiel sich Ziele zu setzen oder sich auch wirklich an Handlungspläne, die Man sich gesetzt hat um diese Ziele dann zu erreichen und auch zu halten und dann eben auch so zB einzukalkulieren ob es dabei Hindernisse, Hemmnisse geben könnte oder auch Prioritäten zu setzen solche Sachen.

00:26:02: Und das ist halt etwas, dass es erst mit Anfang Mitte zwanzig richtig aus gereift.

00:26:07: Und das hat sicherlich dann auch Einfluss dabei wie wir zum Beispiel auch regulieren können ob wir irgendwie Konsum nachgehen, Konsumimpulsen aber natürlich auch insgesamt.

00:26:16: also da geht's natürlich auch um sowas wie missbräuchlicher Social Media Konsumsucht im Sinne von Verhaltenssüchten.

00:26:27: Das ist dein wichtiger Punkt, dass man Kinder und Jugendliche anders schützen muss.

00:26:31: Weil ganz häufig Erwachsene sagen, ich hab mit meinem Kind darüber geredet, wir haben das diskutiert ... Und es hört einfach nicht auf!

00:26:38: Na ja gut, aber das kann halt auch noch nicht so gut sich kognitiv strukturieren und sich daran hindern.

00:26:44: Weil einfach das Gehirn ist auch nicht so hergebt wie zum Beispiel bei manchen Erwachsenen.

00:26:47: Ich habe eine Frage dazu, wo ich nicht weiß, ob du die Antwort kennst?

00:26:49: Fände ich tatsächlich sehr interessant weil ich mich frage was das ... Das macht für mich total Sinn, was du gesagt hast erst mal und ich finde das merkt man ja auch sehr.

00:26:58: Und ich habe da viele Fragen zu nämlich unter anderem ob es nicht auch damit zusammenhängt also ob das so ist dass Prävalenzen von Süchten im Allgemeinen in jungen Jahren viel höher sind als später also gerade zwischen fünfzehnundfünfundzwanzig... ...das ist jetzt nur mein klinischer Eindruck, ja?

00:27:14: Sind Süchte einfach irgendwie noch mal eine relevante

00:27:16: Zeit.

00:27:17: Ja aber das wäre meine erste Frage.

00:27:18: oder die zweite Frage wäre, was mich wirklich interessiert ist.

00:27:21: Also ist es so, dass wenn man zum Beispiel in dieser Zeit jetzt sowas nicht gut lernt?

00:27:28: Ja weil man halt zum Beispiel den ganzen Tag am Social Media konsumiert.

00:27:32: Bleibt das dann aufrecht erhalten oder kannst du dann trotzdem danach das noch nachträglich?

00:27:36: also wächst reif die Exekutivfunktion egal was du machst oder ist das auch ein Problem denn du zb in diesen zehn Jahren das nie machst weil du halt die ganze Zeit nur acht Stunden im Handy bist oder zwölf.

00:27:47: Das ist für dich eine sehr gute Frage.

00:27:50: Ich hätte da direkt eine Idee dazu, wie ich glaube, wie es ist aber ... Ich weiß das leider nicht.

00:27:55: Es ist eher so ne neuropsychologische Fragestellung.

00:27:58: also ich würde sehr schwer davon ausgehen dass es massive Einwirkungen hat wenn du zum Beispiel so suchtartig dich Dingen aussetzt und eben damit trainierst du deine exekutiven Funktionen ja gar nicht.

00:28:12: Und wenn du sie nicht trainierest, dass du dann natürlich auch nicht sonderlich gut darin wirst und dass du sicherlich im Vergleich deutlich schlechter bist als Kinder und Jugendliche, die das gut üben in ihrer Entwicklung.

00:28:22: Ich denke schon dass sie dann natürlich eine gewisse Kompensation im Laufe ihres Erwachsenen alters dann auch leisten können weil wir haben ja schließlich unsere neuronale Plastizität.

00:28:29: Das heißt unser Gehirn kann sich unser Leben lang entwickeln und weiter anpassen Und Auch neue Fähigkeiten entwickeln.

00:28:39: Natürlich später dann ein bisschen langsamer aber eigentlich bis zum Tod ist eine gewissene neuronale plastizität vorhanden.

00:28:45: Aber Also sie haben sicherlich dann einen ganz schönen Entwicklungsrückschritt, der auch ... Ich mein wir haben ja auch so was wie Entwicklungs- ... also sensible Entwicklungsphasen die dann einfach wo wir besonders gut uns entwickeln können.

00:28:56: Besonders vielleicht auch tief greifend und weiterentwickeln können.

00:29:01: Und ich denke halt Kinder und Jugend sind solche Phasen, die haben schon meistens so ein junges Erwachsenenalter und wenn das da nicht passiert ist es sicherlich Nicht so günstig.

00:29:09: Und gleichzeitig, kenne ich in meinem Freundeskreis oder auch in meinem Patientinnenkreis schon viele Menschen die zum Beispiel ihrer Jugend eine Phase von sehr exzessiven Computerspiel-Konsum hatten ja?

00:29:20: Auch wirklich nächtelang und also wirklich mit Einschränkungen ihrer schulischen Leistung und zum Beispiel und die da ganz normal rausgewachsen sind sag' ich mal ne und das waren dann irgendwie drei Jahre ein Problem und dann haben sie auch super viel zu hoffen ihre Eltern zum Teil gehabt und die ganze Nacht durchgezockt.

00:29:33: Deswegen ist es schon interessant.

00:29:35: Das macht voll Sinn und ich frag mich, inwiefern das auch was ist?

00:29:37: Wo man... Auch in der Phase ein bisschen das... Also klar, man muss das begleiten aber vielleicht auch ein bisschen irgendwie verminderte Kontrollfähigkeit und mehr Konsum oder mehr Suchtanfälligkeit einfach normal ist.

00:29:51: Und dass dann wenn man grundsätzlich das Umfeld supportiv bleibt und die Möglichkeiten gegeben sind, dass sie nicht komplett irgendwie abrutschen, dass das vielleicht okay ist Weiß ich nicht so genau.

00:30:04: Beide Punkte sind vielleicht relevant?

00:30:06: Ja, also ich hatte auch mir mal so ein Interview mit jemandem der da so schulische Bildungsarbeit dazu leistet.

00:30:13: Also zu missbräuchlicher bis suchtfördernder Social Media Nutzung und er meinte eben das ist ganz relevant sei dass man versteht auch wofür Social Media dann so ein Schutzraum bietet.

00:30:29: Also welche Bedürfnisse werden dort befriedigt, die im realen Leben nicht befriedigt werden?

00:30:33: Und das ist halt nicht nur darum geht es dann irgendwie so bisschen auszuhalten und zu sagen na gut, dann ... Ist das halt so dass er jetzt oder sie eine Phase lang irgendwie deutlich sehr viel social media konsumiert und vielleicht wächst sich das ja auch wieder.

00:30:48: oder das gehört auch so ein bisschen dazu, dass man vielleicht auch ein bisschen exzessiver mit Dingen umgeht in Kindern und Jugend gleichzeitig ist.

00:30:55: aber Ich glaube es wäre uns ein bisschen schwierig, das so aus den Augen zu verlieren.

00:30:59: Wofür ist denn das?

00:31:00: ein Kompensationensversuch?

00:31:01: Ja voll.

00:31:01: Das Nachmutter verwext sich schon wieder.

00:31:03: ich weiß doch sicherlich nicht gemeint aber dann fehlt ja vielleicht so ein bisschen der Anspruch zu verstehen was im realen Leben schiefläuft.

00:31:12: Ich glaube, es ist schon auch die Frage, wie weit schaffen Sie das trotzdem?

00:31:16: Wie du gesagt hast in vulnerablen Lebensphasen, Schritte zu erreichen, die notwendig sind und wenn das nicht gegeben ist, glaub ich, ist die Gefahr natürlich sehr groß, dass man da nicht mehr rauskommt.

00:31:24: so aber wenn man das dann trotzdem schafft oder zum Beispiel ein anderes Lebensumfeld generiert ... Was wär's, ich ne Partnerschaft beginnend oder Ende WG zieht oder weiß nicht

00:31:32: alles...

00:31:32: Ein Freundeskreis gewohnt.

00:31:34: Oder ein Hobby für das Land.

00:31:35: Ja genau!

00:31:36: Dann kann das natürlich einfach gut wieder ablösen, denke ich.

00:31:39: Aber wenn du diese Phasen an einen verpasst und dann endet dreißig noch zu Hause wohnst... ...und keine Partnerin hast und keinen Freundeskreis weil du halt jeden Tag... ...sehr Stunden Social Media abhängest, dann ist natürlich nicht so günstige Prognose.

00:31:50: Nee!

00:31:50: Weil dann hast du ja einfach so diese PhASEN wo die meisten Menschen diese Erfahrungen gemacht haben, verpasste.

00:31:56: und das macht ja auch was mit deinem Selbstwert.

00:31:57: Ja voll ums Erhöhung und

00:31:58: Sicherheit genau.

00:31:59: Dann

00:31:59: kommt wieder so das mit dem Teufelskreisen, was die Frauen auch schon angenehm... dass man dann natürlich, das macht was mit dem eigenen Selbstwert.

00:32:06: Dann traut man sich noch weniger zu und hat immer mehr das Selfsbild.

00:32:10: Ich bin so ein Versagerer, ich krieg das im realen Leben sowieso nicht hin aber ich hab ja trotzdem meine Bedürfnisse und da gehe ich noch mehr in die sozialen Medien oder noch mehr ins Spielspiel.

00:32:20: Und dann wird es halt immer mehr vertieft und chronifiziert.

00:32:25: Ja, dann erzähl ich nochmal kurz etwas zu den ... Längsschnittstudien, die da so zusammengefasst wurden in dieser Medien-Sucht studierte DHK.

00:32:33: Ja

00:32:33: ne?

00:32:35: Da wurde analysiert.

00:32:39: also wurden sich ja verschiedene wie gesagt nicht unbedingt alle vergleichbarer und auch die haben teilweise unterschiedliche Schwerpunkte gesagt ganz unterschiedlich Methoden genutzt.

00:32:49: Deswegen sind diese Ergebnisse auch mit Vorsicht zu genießen, aber es ist halt... Es gibt gewisse Tendenzen die sich daraus schon lesen lassen aus diesen verschiedenen Längsschnittstudien, die man sich angeschaut hat.

00:33:00: und mit Längschnitt meint man eben dass man über einen längeren Zeitpunkt entweckt immer wieder schaut wie sie den Menschen so geht und wie die so scorn in denen Befragung die man dort eben reinbringt.

00:33:13: Das ist im Vergleich zu einer Querschnittstudie, wo man eben verschiedene Gruppen von Menschen zu einem Zeitpunkt alle dasselbe dieselben Fragen stellt.

00:33:21: zum Beispiel dann guckt man zu einem Qerschnitt sich das an bei unterschiedlichen Gruppen und Längenschnitt heißt man nimmt eine Gruppe und guckt sich das über den längeren Zeitpunkt hinweg an.

00:33:30: da hat man gefunden es bei einer suchtartigen Social Media Nutzung Dass das häufig mit einer höheren Ängstlichkeit nach höheren Depressivität ein Herr geht und also dass es damit zusammenhängt.

00:33:44: Und das außerdem auch noch eine Korrelation gibt mit höheren Raten von späterer Suizidalität, und das nicht nur bei Jugendlichen sondern auch bei Erwachsenen.

00:33:57: Aber hier geht's wirklich... Es geht nicht um ne normale, also ein Anfangsstrichen normale, einigermaßen gängige Social-Media Nutzung, sondern wirklich n Suchtartikel Social Media Nutzungen.

00:34:07: Möchtest

00:34:08: du den Punkt noch ausführen?

00:34:08: Sonst würde ich einen Kommentar dazu gerne

00:34:11: machen.

00:34:13: Mein Kommentar ist, das ist ja aber eine Korrelation und keinen Kausalzusammenhang.

00:34:16: Das heißt es muss man immer hinterfragen in was da der Zusammenhang ist oder also inwiefern zum Beispiel eine höhere Depressivität und Ängstlichkeit dazu führt dass Menschen Social Media nutzen und das vielleicht eher so teufelskreisartig sich bedient und nicht unbedingt die Social-Media Nutzung per se dafür dass Menschen depressiv ängstlich und suizidal werden

00:34:38: Genau.

00:34:38: Das ist keine Kausalität, so nach dem Motto viel Social-Media-Konsum suchtartiger Konsum... Social Media Konsum ist gleich für zu sondern das hängt miteinander zusammen.

00:34:49: und in welcher Interaktion, in welchem Wechselspiel es einfach schwer zu sagen?

00:34:54: Ja oder ob's beides eine gemeinsame Ursache hat.

00:34:56: zum Beispiel kann ja auch sein jetzt gerade wenn man sich Neurologische Sachen anschaut, kann es sein, dass auch neurologisch vielleicht ähnliche Ursachen hat.

00:35:04: Dass man vielleicht suchtanfällig wie Social Media ist und eine Neigung zu was weiß ich Depressivität hatte oder sowas?

00:35:08: Ja.

00:35:11: Und was man eben auch in dieser Medien Suchtsstudie gefunden hat, ist das so scheint, dass bei einer höheren emotionalen Bindung, was ja auch irgendwie erst mal recht... eingängig erscheint, dann auch eine höhere Gefahr zu bestehen scheint.

00:35:27: Den Bezug auch zur realen Welt zu verlieren bei erhöhtem Konsum.

00:35:31: Also je mehr du so parasozial verbunden bist mit dem was du dort guckst, was du dir dort anschaust desto mehr ist die Gefahr eben auch dass du im realen Leben dich immer weiter zurückziehst und da auch eben solche Aspekte wie Einsamkeit in einer Rolle spielen.

00:35:45: Das Gemeine ist ja auch, und das muss man da auch mal diesen systemischen Aspekt mit reinnehmen.

00:35:52: Dass es genau das ist was die Plattformen auch möchten.

00:35:55: Die setzen auf dieses Engagement.

00:35:57: Da sind teilweise wirklich auch Psychologinnen und Psychologen am Werk richtig diabolisch.

00:36:04: Die versuchen das so aufzubauen dass es möglichst schwer ist... Auszumachen.

00:36:10: Das merkt man ja vielleicht selber, ich kenne das selber von mir manchmal dass sich irgendwie... Ich reglementiere mich da schon gerade was Instagram oder sowas angeht wegen

00:36:17: der Exkutivfunktion weil du eigentlich genug dafür bist?

00:36:19: Ja genau deswegen wenn ich weiß okay sonst mache ich das zu viel und dann weiß ich es gibt da strengere Regeln wie ich das konsumieren.

00:36:27: Aber wenn ich's dann doch mal mache, dass ich dann wirklich Schwierigkeiten habe so ein Endpunkt zu finden dass einfach darauf ausgelegt ist, dass wir da kein Endpunkt finden sollen.

00:36:36: Also die werden ja bezahlt dafür je länger die Leute daran bleiben, je mehr Werbung sie dadurch dann eben auch konsumieren.

00:36:43: und genau darum geht es und da sollte man sich eben auch nichts vormachen.

00:36:45: Genau dafür sind diese Plattformen ausgerichtet, wollen das so diese suchtfördernden Aspekte hat?

00:36:52: Das ist richtig!

00:36:54: Deswegen wird hier gerade geklagt Meter oder EU-Ebene glaube ich dass die das anpassen sollen.

00:37:01: Aber ich hab da nicht so viel Hoffnung, um ehrlich zu sein, dass es

00:37:05: durchkommt.".

00:37:05: Ich find', das ist ein gutes Beispiel wie du gestaltest für deine funktionierenden Exekutivfunktionen weil du merkst dann eben, dass das ein Problem gibt und dann kannst du grundsätzlich dein Leben so strukturieren, dass halt irgendwie nichts zu einem übergroßen Problem wird auch wenn das phasenweise vielleicht irgendwie dysfunktional ist.

00:37:20: aber es führt halt nicht zu einer Einschränkung in deinem Leben, weil du halt erwachsen bist.

00:37:23: Und wenn

00:37:25: ich das in diese Fähigkeit dann eben nicht habe, dann könnte mich da ein ganz ungünstiges Studie rein.

00:37:29: Ja

00:37:29: genau und

00:37:31: was sie auch noch ganz spannend fand aber dann als ich drüber nachgedacht habe auch ziemlich logisch ist dass so ein problematischer also jetzt geht es nicht unbedingt um dass es bis zur Sucht gehen muss aber ein Problematischer Social Media Konsum auch häufig verbunden sind mit wirklich auch somatischen Gesundheitsrisiken vor allen Dingen bei Kindern und Jugendlichen Also bei exzessiven Konsum, da gibt's z.B.

00:37:49: häufig dann das Thema Übergewicht, metabolische Störungen, Schlafprobleme, muskoskeletane Beschwerden, Konzentrationsleistungseinbußen und Kopfschmerzen wo man eben davon ausgeht.

00:38:01: also so als mögliche Ursachen werden diskutiert an Bewegungsmangel verkürzte Schlafdauer langes ungünstiges Sitzen Ja

00:38:08: macht voll Sinn.

00:38:08: ja

00:38:08: Ungünstige Körperhaltung damit natürlich auch eine reduzierte Zeit im Freien

00:38:13: Das finde ich sehr einleuchtend ja

00:38:15: Und natürlich ist es dabei.

00:38:17: Also es ist ja auch relevant zu wissen.

00:38:19: Wir konzentrieren uns jetzt natürlich mehr so auf diese schwierigen Aspekte von sozialen Medien, aber es gibt natürlich viele positive Seiten die eben auch sehr dazu motivieren an den sozialen Medienteil zu nehmen.

00:38:31: also zum Beispiel wie du vorhin schon gesagt hast, das niedrigschwellige Wissen was man dort erhalten kann und was vermittelt wird auch in so sozialen Medien, in sozialen Netzwerken.

00:38:42: So Tabuthemen angesprochen werden können oder dann eben auch das Thema Gemeinschaft gewinnen.

00:38:47: also es geht jetzt nicht darum dass irgendwie undifferenziert zu demonisieren aber es geht eben einfach aus wirtschaftlichen Motiven heraus gibt's viele Dinge die wirklich sehr kritisch zu betrachten sind.

00:39:02: Das erstmal so zum Konsum und potenziellen schädlichen Auswirkungen, dann wir klären jetzt wieder.

00:39:10: Wir haben einen sehr großen Bogen schlagen und klären.

00:39:12: zurück zum Thema Authentizität versus Fakeness.

00:39:18: Und da habe ich mich auch ein bisschen gefragt was passiert denn eigentlich mit unserem Ich wenn... Wenn wir ständig von anderen eigentlich gesehen und bewertet werden?

00:39:26: Also wenn wir eigentlich so ständig im Performen sind?

00:39:28: also jetzt sind wir wieder eher bei diesen Influencern Aber das macht ja auch was.

00:39:33: Das gibt es natürlich bei diesen ganzen Social-Media-Accounts, die das als ihren Job machen aber das macht mit uns als Konsumentinnen und Konsumenten.

00:39:43: wenn wir uns das dann anschauen und immer wieder das so als Normalität präsentiert bekommen dass das Leben irgendwie eine Performance ist.

00:39:52: Und das fand ich auch total interessant weil diese Menschen haben ja dann sowas wie eine öffentliche Identität.

00:39:58: also sonst ist Identität ja etwas Total Persönliches privates und Identität ist etwas, was wir im Laufe unseres Lebens entwickeln.

00:40:07: Und wo wir uns mit verschiedenen Entwicklungsherausforderungen auseinandersetzen und dann durchaus probieren durch Austausch diese Identität dann einfach immer im Laufen des Lebens weiterentwickeln.

00:40:21: Hier ist es ja so etwas.

00:40:22: das ist nicht etwas, wo wir sagen irgendwie dass passiert und da probieren wir uns aus und dann geben wir uns Zeit.

00:40:30: Das ist etwas, was einen gewissen natürlichen Prozess hat.

00:40:32: Sondern das ist etwas wo wir sagen okay also jetzt in dieser Social Media Bubble Identität ist irgendwie sowas wie so ein Projekt.

00:40:38: So ein bisschen die Frage auch welche Version von mir funktioniert denn besonders gut?

00:40:43: Welche Versionen von mir bekommt die meisten Clicks, die meisten Likes?

00:40:46: Ja.

00:40:48: Bja guck ganz deprimiert!

00:40:51: Also ein bisschen, da kommt zu der nächste Punkt.

00:40:53: Das ist eben auch einer den die beiden Autoren da gemacht haben so dass selbst wird zur Ware.

00:40:59: also wir verkaufen dann nicht nur Produkte in diesem Content Creation Kontext sondern da werden Lebensstile vorstellen auch teilweise sowas wie Werte verkauft.

00:41:11: Und das heißt dann als Beispiel nicht kauf dieses Make-up, sondern wenn du dieses Make up kaufst wirst so ein bisschen wie ich.

00:41:19: Du kannst auch Teil meiner Identität konsumieren.

00:41:26: Krass!

00:41:27: Der Punkt in dem Buch war, dass sie sich selbst und die eigene Identität wirtschaftlich verwertbar machen.

00:41:33: Die Identität als ökonomischen Wert nutzen.

00:41:36: was zeige ich von mir?

00:41:38: Was lasse ich eher weg weil das nicht so gut... funktioniert und dass dann so die Selbstoptimierung zu einer neuen Norm wird.

00:41:48: Das ist ja auch etwas, was dann immer weiter auch vermittelt wird als das selbst ich, die jetzt nicht so viel solcher Inhalte konsumiert.

00:41:57: Also es schon krass wie viele Selbstoptimerungen einfach da inhaltes von solchen Accounts.

00:42:03: Und das eben letzter Punkt und dann würde ich dir ein bisschen Raum geben darauf zu reagieren.

00:42:08: Ich habe jetzt erstmal auch eigentlich gesagt Das ist ja auch in diesem also für dieses Thema Content Creation, das ich auch mal super abstus fand.

00:42:17: Vor allen Dingen zum Beispiel bei so... Ich hab da so einen Koppel-Content gedacht oder so, das gibt's ja auch ganz viel.

00:42:22: Das funktioniert ja auch super!

00:42:23: Oder Kinder, also Familiencontent.

00:42:25: Das sind die Sachen, die super gut funktionieren in den sozialen Medien und dass eben Erfahrungen nicht mehr einfach nur erlebt werden und wir machen nicht einfach eine Erfahrung, sondern es geht darum so ist das vielleicht auch irgendwie möglicher Content.

00:42:38: Also wenn ich dann irgendwie mir sowas anschaue, unfreiwilligerweise weil sowas folge ich nicht wie irgendjemand dann irgendwie einen so daran teilhaben lässt sich so filmen zu gucken mal Ich habe für meine Freundinnen hier irgendwie diesen Blumenstrauß Und ich hab da überall Kerzen ausgelegt ich kenne euch jetzt mit und dann wird gefilmt wie die freunde dann reinkommen und irgendwie ausrastet und wo man wirklich denkt Ich glaub doch nicht im Ernst, dass wir das glauben.

00:42:59: Dass es ein spontanes Event ist, die weiß, was garantiert oder wenn nicht?

00:43:04: Selbst dann ist es halt superweird!

00:43:06: Ich

00:43:06: wollte grad sagen... Ist ja eher schlimmer noch, wenn's wirklich so ist, dass du am Leben teilhaben lässt, was authentisch ist.

00:43:11: Es wäre fast

00:43:12: nullautentisch.

00:43:13: Ja, aber es wär leichter zu sagen, okay, die haben uns inszeniert und dann ist das deren Projekt.

00:43:17: Als zu sagen alle meine genuinen emotionalen Reaktionen werden halt ins Internet gebracht.

00:43:23: Das finde ich fast noch schlimmer ehrlich gesagt.

00:43:27: Aber das zweite funktioniert halt besser, weil beim anderen da bist du ja mehr auf so einer Ebene.

00:43:32: So ein Armut ist ja alles nicht echt und das wollen sie ja nicht.

00:43:34: die wollen ja schon dass du denkst es ist echt.

00:43:38: Du hast ja vorhin gesagt, es geht auch um die Frage was macht das mit Menschen?

00:43:41: Was denkst du nur, was macht's mit Menschen.

00:43:42: Also klar, es macht natürlich, dass sie alle ihre Erfahrungswerte irgendwie darauf prüfen ob sie Social Media fähig sind sozusagen.

00:43:49: Was denkest du und was macht ihr sonst noch so mit Menschen in deren ganzes Leben?

00:43:53: so darum, darum evolviert, Social Media Content zu kreieren?

00:43:59: also ich denke das ist eine ganz komische Entwicklung.

00:44:04: sich nimmt im Bezug auf das eigene Selbstbild und ich kann mir vorstellen dass da ganz viel selbst Entfremdung passiert, weil du guckst ja immer so ein bisschen mit dem Blick von außen identifiziert.

00:44:16: Du musst ja immer schauen was funktioniert?

00:44:19: Was klickt sich gut?

00:44:21: Wo kommen die Likes?

00:44:22: Wo werden mir dann irgendwie besonders viele Kooperationen angeboten?

00:44:26: und es geht ja überhaupt nicht mehr darum, was fühlt sich für mich stimmig und gut an.

00:44:29: Was entspricht denn irgendwie meinen Werten und wo in welchen Beziehungen, in welchem Verhaltensweisen fühle ich mich wohl und wo möchte ich mich vielleicht weiterentwickeln?

00:44:37: dieser Blick ist ja gar nicht mehr da.

00:44:39: Und das ist eigentlich auch spannend, weil im Vergleich jetzt zu, sag' ich mal Stars vor ein paar Jahrzehnten Da gab's ja jemanden, der hat die offiziell vermarktet.

00:44:46: Dann haben sie sich auch inszeniert in der Öffentlichkeit.

00:44:48: Aber die hatten immer noch trotzdem irgendwie ein Leben was davon getrennt war.

00:44:52: und wenn die zu Hause waren, haben die uns darüber nachgedacht.

00:44:54: wie vermagte ich das jetzt?

00:44:55: Genau.

00:44:56: Das ist schon ein großer Punkt.

00:44:57: dass du morgens aufstehst kannst dir zeigen wie du aufstehst und deine Momente machen.

00:45:01: Alles wird

00:45:01: potentieller Content.

00:45:02: Ja

00:45:03: und das ist natürlich schon eine krasse Grenze die früher noch eingehalten wurde auch bei Stars wo es ja auch diese parasoziale Beziehung schon immer gab.

00:45:11: Aber die hatten eben klar, die hatten so eine öffentliche Person oder private Person.

00:45:15: Und das gibt es ja dann nicht mehr.

00:45:16: Das wird da komplett ... Was ich mal zu Beginn meinte ist verschwimmt alles so.

00:45:21: Also privates Öffentliches und eben auch wirtschaftliches.

00:45:25: Alles ist irgendwie miteinander verbunden.

00:45:29: Und gerade wenn auch... Ich finde das insgesamt fragwürdig und traurig aber grade wenn auch Kinder ins Spiel kommen, find ich's halt auch super schlimm!

00:45:41: Ja, also es gibt ja auch so viele Accounts auf Familien-Account wo dann die Kinder irgendwie Werbung machen oder so.

00:45:48: Meine Eltern waren dort und dort einkaufen und haben das und das gekauft.

00:45:52: Guck mal wie Mami und Papi jetzt aussehen mit den schönen neuen Klamotten!

00:45:55: Und ich hab auch was bekommen.

00:45:58: Also über Kinder, Stars in Social Media ist ganz auch sehr interessante Beiträge und Reportagen.

00:46:07: Das ist wirklich wild

00:46:09: krass

00:46:10: Und ich find's ja einfach so, das finde ich halt noch schlimmer.

00:46:12: Stell dir vor du wirst mit dieser Art der Selbstbetrachtung...

00:46:15: Ja großgezogen

00:46:17: ne?

00:46:17: Ja groß gezogen!

00:46:18: Das ist deine Normalität dass du immer mit deinen Fühlen außen bist.

00:46:21: was funktioniert von mir?

00:46:22: also ich denke also ich sehe da schon einfach so viele psychische Themen die sich daraus entwickeln können.

00:46:28: Ich hab' vorhin schon drüber nachgedacht.

00:46:29: es ist interessant für mich dass ich überhaupt keine PatientInnen habe die sowas machen.

00:46:34: vielleicht haben sie dann eher so reiche PrivattherapeutInnen

00:46:37: Weiß ich nicht,

00:46:38: weil ... Ich hab noch nie eine Patientin gehabt.

00:46:42: Die hat irgendwie auch nur annähernd Social Media kreiert so.

00:46:47: Also ich schon?

00:46:49: Aber nicht groß!

00:46:51: Nicht super erfolgreich aber so... Es gibt ja inzwischen die Zeiten wo man da so schnell so groß werden konnte sind ja auch vorbei.

00:46:58: Weil der Markt total gesättigt ist und es gibt ja unendlich viele Menschen, Ich glaube, da jetzt irgendwie sich wieder so hoch zu arbeiten.

00:47:06: Dass man da so super erfolgreich ist einfach aktuell sicherlich sehr schwierig aber es gibt halt ganz viele die so moderat.

00:47:12: Stimmt doch.

00:47:13: Die irgendwann

00:47:13: auch ein paar Zehntausende haben oder so.

00:47:17: Damit kannst du ja auch schon bisschen Geld verdienen.

00:47:19: Aber halt bis dahin kein Star in einem Vorstrichen.

00:47:23: Ja stimmt ich habe doch eine Patientin mal gehabt die hat dann Social Media Account und sie hat auch da Content.

00:47:28: Ich hab die mir mal angeschaut und ich fand das ganz verblüffend, wie weit es auch so auseinandergeklafft hat von dem, wie sie als Patientin war.

00:47:35: Super unsicher mit extrem vielen Problemen.

00:47:38: Das waren nur eine Facette, die sie gezeigt hat und wie sie da mega souverän und selbstbewusst gewürgt hat und die war einfach gar nicht so.

00:47:47: Und das fand ich schon krass auseinander klaffend!

00:47:50: Ja, also da haben wir ja wieder so diesen Punkt so performter Authentizität und das was eigentlich an realen Dingen dahinter steht die manchmal damit sogar nichts zu tun haben.

00:48:01: Also eine professionalisierte Außenwirkung und dass es dann eben einfach ganz viel fast nur in diesem Kontext um den Blick der anderen geht.

00:48:11: Und ich hatte eben auch schon mal dieses Stichwort Identitätsentwicklung reingeworfen.

00:48:15: Das ist immer schon auch die Entwicklung unserer Identität im Austausch mit anderen Menschen passiert ist.

00:48:21: Also durch Rückmeldungen, die wir bekommen indem wir uns vergleichen dass wir gucken irgendwie was gefällt mir bei anderen?

00:48:25: Was finde ich eher doof und diese Art von Rückmeltungen ja in unseren Zeiten jetzt ins Social Media fast schon irgendwie permanent Messbar sind auch im Sinne von, wenn ich mich jetzt in dieser Form präsentiere.

00:48:39: In sozialen Medien dann kann ich ja also früher hat man dann vielleicht irgendwie Rückmeldung zu einem selber und der eigene Identität waren schon eher ungewöhnlich.

00:48:46: Also da hat man mal gesagt, das finde ich richtig doof, dass du das machst oder ich find es so cool wie du dich kleidest oder so als eher Ausnahme, dass das passiert Und in den sozialen Medien passiert das ja ständig und ist ja tatsächlich irgendwie sogar was was fassbar messbar ist.

00:49:01: Wenn ich mich als Fitnessfrau präsentiere, dann kriege ich irgendwie tausend Likes.

00:49:06: Wenn Ich mich hier präsentiere mit meinem Kind, Dann krieg' ich zehntausend Likeds.

00:49:12: Offensichtlich soll ich mehr die Mutter sein als die Fitnessfraue oder was auch immer.

00:49:16: Also dass das natürlich noch mal eine ganz andere Art und Weise ist wie wir da mit unserer Identität auch umgehen Und es ist natürlich auch etwas mit unserem Selbstwert Also unserem Selbstwert macht, wenn Anerkennung so ständig auch sichtbar und auch quantifizierbar wird.

00:49:32: Das ist schon irgendwie eine wilde Entwicklung.

00:49:36: Ja, das denke ich kann man bestimmt so sagen

00:49:40: ja.

00:49:40: Und dass es eben auch so schwierig ist weil da ja eben auch also wir haben ja sowieso als Menschen die Tendenz uns ständig zu vergleichen mit anderen Menschen und dass das einfach ein unendlicher Quell von möglichen Vergleichs ist.

00:49:53: Und das, wie du ja zu Beginn auch gesagt hast.

00:49:56: Das sind ja kuratierte Höhepunkte in meisten Fällen und wir da ja auch dann unsere Referenzrahmen sich total verzerren verschieben weil wir immer wieder mit irgendwie perfekten Wohnungen irgendwie wunderschönen Reisen irgendwie super romantischen Äh, Gesten in Beziehungen konfrontiert werden und daher auch mal so ein bisschen ähm ... Das fand ich ganz stressig als das irgendwie gelesen habe.

00:50:22: So von mir exposure-Effekt.

00:50:25: Weißt du wie der auf Deutsch heißt?

00:50:26: Also ja... Ich

00:50:27: kenne den nur als mir exposure effect.

00:50:29: Also die reine Exposition heißt das so auf Deutsch.

00:50:33: also wenn wir ... Wenn wir häufig und immer wieder mit etwas konfrontieren werden dass uns das als normal und tendenziell gut erscheint Ja Und dass wir dann irgendwie der Meinung sind okay Krass, mein Leben besteht nicht aus einer riesigen Perfekt-Beschenwohnung mit irgendwie einem Partner der mir jeden Tag Rote Rosen mitbringt.

00:50:52: Wenn man das möchte und dass man da eben auch das Gefühl hat, krass!

00:50:58: Mein Leben läuft wohl unglaublich viel schief.

00:51:01: Und diese Leute die es dann diesen Inhalt produzieren... Ja auch drei in der krassen Dissonanz leben.

00:51:09: Also da hört man ja auch mal wieder, dann sind irgendwelche Menschen die irgendwie ewig lang Kappel-Content gemacht haben und da irgendwie... ...die große Liebe performt wird und dann trennen sie sich und sagen irgendwie das ist der schlimmste Mensch der Welt.

00:51:21: Wo man auch denkt also es kann für die jetzt auch nicht gesund sein!

00:51:25: Und was macht das mit einer Beziehung?

00:51:27: Wenn das eigentlich Arbeit isst.

00:51:29: Also nicht so nach Motivierung, na wir arbeiten an unserer Beziehungen sondern deine Arbeit ist dass du irgendwie Dass die Beziehung laufen muss und dass sie krass sein muss.

00:51:37: Und alles, das du alle ist halt in die Außenwelt trägst oder musst dann ja so curatieren, dass du halt diese Momente in die Ausweis riechst es da alle schönen Momente sind dann halt Content.

00:51:46: Wir

00:51:47: sind auch nicht mehr wirklich dahin.

00:51:49: Genau das ist ja auch kein schöner Moment als Power mehr genau.

00:51:52: Ist ein Produkt eigentlich produziert.

00:51:58: Also ich stelle mir das gerade vor Ich würde mich also... Es ist so unauthentisch fühlen in solchen Momenten.

00:52:04: Wenn ich wüsste, da ist eine Kamera auf mich gerichtet und... Da ist man ja einfach auch anders!

00:52:08: Also wenn man sagt wie ich möchte das irgendwie... Möglichst natürlich dann.. Ich tue so als wäre die nicht da?

00:52:13: Das geht ja gar nicht.

00:52:14: Wenn man weiß der Blick der anderen ist einfach da.

00:52:16: Das macht was mit uns Menschen.

00:52:17: Ja voll.

00:52:19: Das nimmt dem Ganzen die Intimität und die... Das ist nur für uns.

00:52:23: Das gibt es dann in diesem Kontext nicht mehr.

00:52:27: Das einzige was dann nur noch für dich als Paar ist ein halt schon Streit oder wenn man sich halt langweilt oder sowas.

00:52:33: Na ja, aber es ist ja so, das war unangenehm und das bleibt dann halt privat intim.

00:52:37: Ja.

00:52:39: Und vielleicht noch so als letzter inhaltlicher Input weil wir über Identität reden, dann ist natürlich auch noch nicht natürlich, aber ist vielleicht ganz schön da nochmal so'n bisschen was... Inhaltliches mit reinzubringen, wie man aus einer psychologischen Perspektive Identität und Identitätsentwicklung so betrachtet.

00:52:58: Da ist ein ganz relevantes Modell, das du sicherlich auch noch kennst von Ericsson ...

00:53:04: Mit den Phasen?

00:53:05: Genau!

00:53:05: Das war eine Psychoanalytiker- und Entwicklungspsychologe.

00:53:09: Und er hat in den Sechziger, Siebziger Jahren dieses Modell entwickelt.

00:53:13: Und der hat so ganz grob gesagt, ich habe auch ne Quelle reingestellt, wenn ihr euch das nie anschauen wollt, könnt ihr das tun.

00:53:20: Da gibt es pro Lebensphase, die immer so ein paar Jahre geht unterschiedliche Entwicklungsaufgaben im Hinblick auf die Identität.

00:53:28: Also zum Beispiel der allererste Phase im Babyalter ist dann zB Uhrvertrauen versus Uhr Misstrauen und für uns als relevante Phase ist hier natürlich das Jugendalter die ganz junge Erwachsenenphase also von zwölf bis neunzehn Und da geht's ja um Identität versus Rollendiffusion.

00:53:50: Das ist so, es gibt immer einen ... Entwicklungskonflikt und eine Entwicklungsaufgabe pro Stufe dieses Stufenmutter ist.

00:54:00: Also in jeder Lebensphase gibt es einen grundlegenden Konflikt, mit der sich auseinandergesetzt werden sollte, damit man gut in die nächste Stufe voranschreiten kann.

00:54:10: Und hier ist eben so die Entwicklungsaufgabe zu klären wer bin ich denn eigentlich?

00:54:15: Wofür stehe ich?

00:54:16: Wo ist mein Platz in der Gesellschaft?

00:54:18: Hier geht es darum die eigene Persönlichkeit zur Entwicklung.

00:54:22: Und das machen wir eben, indem wir Erfahrungen machen.

00:54:25: Indem wir uns in Beziehung ausprobieren.

00:54:27: In dem wir auch unterschiedliche Rollen ausprobierend im Leben... Also zum Beispiel wenn man im Laufe des Lebens mal hat immer eine Emo-Phase und dann hatte man mal irgendwie eine Hippie Phase.

00:54:39: Und dass man das eben auch, dass es Teil des Jugendalters ist sich so auszuprobieren und so das wie ein Kostüm anzuprobieren.

00:54:47: So schauen was davon fühlt sich stimmig und guter?

00:54:49: Was davon möchte ich weiter tragen und was möchte ich wieder

00:54:51: loslassen?".

00:54:55: Das ist natürlich schwierig.

00:54:57: Da fand ich nicht eine total interessante Frage.

00:54:59: Was ist denn eigentlich der Unterschied zwischen einer ehrlichen persönlichen Entwicklung von einer eigenen Identität und dem Thema Selbstoptimierung?

00:55:07: Weil das ja für viele ist Selbstoptimierung.

00:55:09: Das ist doch super!

00:55:11: Also man sollte doch irgendwie die beste Version deiner selbst, wenn ich das nochmal höre.

00:55:14: Jetzt kriege ich jetzt mal wirklich eine absolute Krise... Aber wo es dann weniger darum geht diese Identität tatsächlich zu erleben?

00:55:22: Sondern da geht's ja immer eher darum, diese zu gestalten, zu bewerten oder irgendwie zu vermarkten.

00:55:30: Es hat einen ganz anderen Blickwinkel auf Identität und das ist dann eben Also wir dann vielleicht überlegen können, ob Selbstoptimierung eher so was wie Identitätsperformance ist.

00:55:44: Und wie ich eben vorhin auch gemeint habe, dass es einen Ausprobieren und festlegen im Hinblick auf die Identität, die besonders gut funktioniert aber nicht die, die zu mir passt und sich stimmig und gemäß meiner Werte als ein sinnvoller Weg für mich herausgestellt hat.

00:56:01: Dass das ja schon eine ganz relevante Unterscheidung ist ... Wenn man ja gar nicht so frei ist in diesem entwickeln und entdecken ist.

00:56:11: Ja, die Möglichkeiten sind einfach sehr begrenzt.

00:56:16: Das hat immer auch so ein Thema mit Leistungen und einer hohen Anspruchshaltung an sich... Also wenn man so diesen Optimierungsanspruch an sich setzt, ist es ja auch etwas wo man nie so richtig ankommt.

00:56:28: Man kann ja immer besser sein und irgendwas.

00:56:31: Man findet immer irgendjemand, der irgendwas besser kann oder besser aussieht oder fitter ist oder was auch immer.

00:56:37: das ist halt einfach etwas gut.

00:56:38: konstant Arbeit investieren muss und auch konstant Druck empfinden.

00:56:44: Du kannst immer besser werden, du musst das alles erhalten.

00:56:46: Du musst ja ne Fitness ist nicht, du hast es aufgemacht dann hast du das nicht in den Haus zu kaufen.

00:56:50: also der Schönheit du musst ja immer konstant auch an dem daran arbeiten dass überhaupt dieses Level zu erhalten auch wenn du nicht dann noch besser wirst sozusagen.

00:56:59: Und dann kommt nochmal die nächste Aufgabe dazu.

00:57:00: die musst du auch aufrecht erhalten und irgendwann sind wir eine total Überforderung.

00:57:04: Also noch eine ganz kleine, ganz leichte Abschlussfrage.

00:57:11: Wie können wir denn eigentlich in so einer Welt wo wir einfach ständig umgeben sind von Selbstinszenierung und Vergleichen?

00:57:17: Es ist ja einfach irgendwie praktisch ständig verfügbar dass wir uns irgendwie vergleichen können mit anderen Menschen?

00:57:22: wie finden die?

00:57:22: können wir dann da versuchen damit psychisch gesund umzugehen?

00:57:27: Meinst du ich als also meinst du eher so ich als Mensch oder ich als Psychotherapeutin?

00:57:33: Du meinst ehrlich als Mensch

00:57:35: Du bist ja beides.

00:57:36: Also du darfst eine therapeutische Expertise schon mit rein nehmen in die Beantwortung der Frage, es geht schon.

00:57:40: Aber eher darum was wir auch empfehlen können aus unserer...

00:57:45: Der Unterschied ist der, den du vorhin ausgehört hast.

00:57:47: Es ist was anderes Menschen wie uns zu begleiten, die jetzt irgendwie schon im Leben stehen als Menschen zu begleichen in einer vulnerablen Phase vielleicht das nicht so gut mitbekommen haben, ne?

00:57:56: Das ist ja schon ... Also bei Menschen wie wir, würde ich eher sagen, du hast ein gutes Beispiel gebracht, du versuchst halt, sich einzuschränken und dass es nicht so einen großen Raum einnimmt.

00:58:04: Du hast verschiedene Maßnahmen deinem Leben, das schwarz-weiß zu stellen, dein Handy oder ein Timer zu stellen oder Instagram zu löschen oder

00:58:10: so.

00:58:10: Das wäre so das Schlagwort bewusster Medienkonsum.

00:58:12: Genau!

00:58:13: Das funktioniert ja aber nur bei

00:58:14: Medienkompetenz.

00:58:15: Ja, genau!

00:58:16: Aber ich würde sagen das ist natürlich was wo du halt eine gewisse Festigkeit ja auch schon haben musst und diese...und du ja auch nicht so reingesogen fühlst von denen weil deine Bedürfnisse grundsätzlich in deinem Leben ja schon auch gut befriedigt werden.

00:58:29: ja also mit sozialem Netz mit Arbeit Du hast irgendwie ein werte gemäßes Leben im einfach dir aufgebaut.

00:58:36: schon und das ist ja einfach bei Jugendlichen vielleicht eine ganz andere Fragestellung Was die da auch suchen und inwiefern das ein Teil deren Identitätsentwicklung ist.

00:58:44: Und dann muss man glaube ich schon noch mal anders darauf eingehen, und es ist ein Problem was sich nicht gut beantworten kann.

00:58:49: Auch der Grund warum ich nicht genau einen Jugendpsychotherapeutin geworden

00:58:51: bin.

00:58:52: Weil ich das einfach nicht so gut weiß würde ich sagen

00:58:57: Aber ich finde also du hast schon Punkte die ich mir auch notiert hatte schon mit genannt.

00:59:00: Also sich zu überlegen wer bin ich denn?

00:59:03: Also worauf baut sich mein Selbstwert unabhängig von Leistung und dem was ich eben da so konsumiere einen Raum zu schaffen, wo ich mir diese Frage überhaupt erst mal stellen kann und irgendwie nach und nach vielleicht da so ein paar Säulen aufbauen kann.

00:59:19: Was macht mich denn eigentlich aus?

00:59:21: Und ich finde schon das ist ja auch ein Teil der Therapie weil natürlich habe ich auch junge Menschen mit problematischem Medienkonsum einfach was zu schaffen was alternativ ist und was sich mindestens genauso gut oder also auf lange Sicht ja meistens noch viel besser anfühlt nämlich... Ein Verein, ein Hobby.

00:59:35: Ein Freundeskreis, meinetwegen auch Dating ja.

00:59:38: Jetzt mal unabhängig von der leistungsbezogenen Karriere-Schiene gibt es ja oft schon auch da einen Mangel im Leben und den aufzubauen ist glaube ich schon einfach fundamental wichtig weil du dann weniger Zeit hast ne?

00:59:51: Wenn du halt die ganze Tag bist ... wenn du abends noch was machst drei Stunden mit Freundinnen, dann hast du halt drei Stunden weniger Zeit zwischen mir wieder zu konsumieren.

00:59:57: Und ich finde, das ist das was ich vorhin auch glaube ich meinte.

01:00:00: Dass es schon so ein gewisses Vertrauen in mir gibt dass wenn Menschen die Möglichkeit haben irgendwie anderweitig Werte konform zu leben oder anderweit diese Bedürfnisse befriedigt bekommen, dass das dann einfach automatisch weniger wird.

01:00:15: Ja und ich denke auch das ist gar nicht unbedingt nur einen Impuls den man Menschen geben kann die schon Probleme entwickelt haben sondern es ist ja also ziemlich allgemeingültige Hilfreiche Haradinsweise, also das ist ja generell das können auch die unsere Hörerinnen und Hörern sich irgendwie als einen hilfreichen Punkt für sich vermerken.

01:00:34: Also dafür muss man ja keinen kritischen Medienkonsum haben oder da kann es auch sein dass man so ganz... Ganz kleine Tendenzen wahrnimmt und dann ist das trotzdem was Hilfreiches.

01:00:43: Also, es kann ja... Es ist natürlich je nachdem wie intensiv man da auch intervenieren muss, je nach dem wie stark die Menschen dann auch beeinträchtigt sind durch ihren Medienkonsum.

01:00:51: aber die Inhalte, die du jetzt genannt hast, sind für jeder Art von Medienkonzum geeignet.

01:00:56: Ja,

01:00:56: für jede Art von Mensch auch.

01:00:57: grundsätzlich eine Frage, wie kann ich mir den nach meinen Werten orientieren?

01:01:00: Genau!

01:01:00: Und wie kann Leben in der realen Welt mehr meinen Werten entsteht.

01:01:05: Aber eben auch, wie kann ich die Beziehungen außerhalb von sozialen Medien intensivieren und ausbauen?

01:01:10: Dass ich damit zufrieden bin... Bindungswünsche nicht nur über soziale Medien dann auch befriedigt werden.

01:01:17: Aber kann ich noch einen letzten Punkt ansprechen, bevor wir zu Ende kommen?

01:01:20: Das ist vielleicht ein Punkt, den wir in einer anderen Folge nochmal mehr elaborieren könnten.

01:01:24: Weil ich glaube das was wir heute ja nach gar nicht so richtig besprochen haben ist ja auch das Thema... Also viele Menschen kommen ja von der Arbeit oder irgendwas nach Hause und dann konsumieren sie soziale Medien statt zum Beispiel wenn man früher gemacht hat ein Buch zu lesen, weil man braucht eine Erholungzeit Und die wird halt oft auch über kurz Frequentes Content, kurzfrequenten Content.

01:01:44: Weißt du was meine Content ist?

01:01:45: Genau der halt super kurzer Content, der hat die Aufmerksamkeit.

01:01:49: und das ist natürlich schon auch noch mal ein anderes Problem, was wir heute nicht so im Fokus hatten... unser Gehirn ja auch einfach daran adaptiert und wir nicht mehr sagen, okay ich komme nach Hause.

01:01:57: Ich bin erschöpft.

01:01:57: Das schaue ich mir ein Film an was vielleicht unproblematisch wäre ja sondern ich mache halt in dieser Zeit zwei Stunden lang konsumiere ich als Social Media oder

01:02:05: ich mach einen Film an und gucke die ganze Zeit auf mein Handy?

01:02:07: Genau!

01:02:08: Oder ich lege mich einfach ins Bett und höre mir ein Podcast an ohne etwas anderes zu machen.

01:02:11: das macht ja fast niemand mehr.

01:02:13: und es macht ja schon auch was mit uns dass wir halt Erholung damit assoziieren das wir halt auf Handyschauen oder sowas statt Das zu trainieren, dass wir wieder langfristig Aufmerksamkeit lenken können auf Sachen die wirklich vielleicht erholsam sind.

01:02:24: Aber abgesehen davon das Erholung nicht immer nur sein muss ich liege irgendwo rum und konsumiere was.

01:02:28: aber wenn ich das wirklich mal brauche was ja durchaus auch sein kann dann gibt es halt einfach vielleicht schon eine Verarmung dessen Was sich da konsumieren kann weil mein Gehirn darauf so gepohlt ist nun noch so vier Sekunden Aufmerksamkeit Sachen zu schenken.

01:02:43: Oder

01:02:44: finde ich auch richtig gruselig Ich mag das selber auch manchmal so ein bisschen, dass ich mich so schnell unterstimuliere.

01:02:52: Ja voll, ganz toll!

01:02:53: Wenn mich ein Film oder Social begeistert und der ist ganz langsam aber er begeisterte mich dann kann ich mich da hundertprozentig drauf einlassen... ...aber wenn man dann so denkt ja es ist ganz interessant aber jetzt nicht so richtig.

01:03:02: und wie der Impuls dann kommt so ach ich könnte jetzt irgendwie nochmal kurz auf dem Handy verschauen.

01:03:05: Aber

01:03:06: auch von welchem?

01:03:07: wie kommst du da rein?

01:03:08: Du kommst gleich gestresst von der Arbeit dann machst du dir ja vielleicht nicht direkt ein Film an, sondern dann guckst du vielleicht aufs Handy und dann bleibst du halt da hängen so.

01:03:16: Und dann fragt man sich ja selber manchmal auch gar nicht was brauche ich eigentlich gerade?

01:03:19: Will ich einen Power-Nap halten?

01:03:20: will ich etwas essen

01:03:22: oder wäre es gut schon ein bisschen in Bewegung zu kommen,

01:03:25: Spaziergang

01:03:25: zu machen ohne sich irgendwie noch mal zuzuballern mit Informationen sondern einfach nur eine Runde bewegen und gucken.

01:03:32: Oder will ich aus dem Fenster schauen, den Baum anschauen von meinem Fenster?

01:03:35: Das sieht

01:03:36: relativ wenig.

01:03:37: Genau!

01:03:38: Und das ist vielleicht schon noch mal ein Punkt, den haben wir jetzt nochmal so am Ende reingekwetscht.

01:03:40: aber

01:03:41: das finde

01:03:41: ich einen relativ wichtigen Punkt auch dabei warum Menschen so viel Social Media konsumieren.

01:03:45: Ja... dass wir ja auch als Kollektiv Ruhe- und Langeweile irgendwie gar nicht mehr... also so niedrige Stimulationen nicht mehr auszuhalten, feinen Genau.

01:03:57: Aber das ist doch normal, dass wir uns woanders beschäftigen können.

01:04:01: und dann machen wir mal für heute einen Punkt und würden euch noch einen guten Resttag abend Nacht wünschen?

01:04:10: Was auch immer.

01:04:10: Ja gucke ich gerade ganz... Wir werden es

01:04:12: nie machen.

01:04:14: Machen wir heute Mal!

01:04:16: Und was wir auch noch sagen wollten, ist dass wir uns sehr freuen.

01:04:18: Dass die letzten Folgen sehr viel gehört wurden und das Sieg wahrscheinlich auch daran, dass ihr die vielleicht auch mal geteilt habt mit eurem sozialen Netz oder wo auch immer oder in den sozialen Medien passenderweise.

01:04:31: Da freuen wir uns total drüber macht das gerne weiter teilt es mit Menschen wo ihr meint sie könnte das interessieren kommentiert bei uns bei Spotify auf Instagram falls mir mal irgendetwas posten sollten und sehr gerne bewertet in euren Podcast-Spielern.

01:04:48: Das hilft uns sehr, noch ein bisschen sichtbar

01:04:49: zu werden!

01:04:50: Und meldet uns auch gerne zurück wenn ihr was ein stimmtes Thema hören wollt.

01:04:53: das hilft uns auch immer, da freuen wir uns immer und begreifen es ja auch gerne

01:04:57: auf.

01:04:59: Dann bis zum nächsten Mal!

01:05:00: Bis zum nächsten mal.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.